Was ist Sünde?

Manche halten „Sünde“ für eine Erfindung der Kirche, um die Menschen nach ihren Wünschen zu kontrollieren oder zu manipulieren. Demnach wäre Sünde nur ein Werkzeug von Pfarrern oder Bischöfen, um sich ihren Job zu sichern. Aber es gab Sünde schon lange, bevor man an Pfarrer und Kirchen dachte.

Sünde darf man nicht einfach als ein Fehlverhalten oder Problem missverstehen. Sünde ist auch mehr, als bloß ein schlechtes Gewissen zu haben. Das ursprüngliche Problem der Sünde liegt viel tiefer. Es ist nicht nur ein oberflächliches Symptom. Sünde ist auch nicht ein Übertreten von Gesetzen, weil es Sünde schon gab, bevor es die Gesetze der Bibel gab. Das Übertreten von Gesetzen und Regeln ist nur eine Folge von Sünde.

Um Sünde zu verstehen, müssen wir den fragen, der Sünde definiert hat. So erklärt auch der Richter dem Straffälligen, was er falsch gemacht hat, und nicht der Kriminelle dem Richter, wie er zu urteilen hat. Dankenswerterweise hat Gott, der Richter der Welt, in der Bibel ganz genau beschrieben, was Sünde ist. In den Ursprachen der Bibel (Hebräisch und Griechisch) bedeutet das Wort für Sünde „Verfehlen eines Zieles“. Im Deutschen kommt das Wort entweder von „Sund“ (Abgrund) oder „sundr“ (trennen, aufteilen). Alle diese Beschreibungen kommen der Bedeutung von Sünde sehr nah. Gottes Absicht bei der Erschaffung des Menschen war, in Beziehung mit ihm zu leben. Damit eine Beziehung möglich ist, braucht es Regeln für ein gesundes Zusammenleben. Das würde heute jeder bestätigen, der in einer Beziehung lebt.

Gegen Gottes Willen entschieden sich bereits die ersten Menschen (Adam und Eva), indem sie die einzige von Gott gegebene Regel brachen, woraufhin die Beziehung zu Gott nicht mehr möglich war. Sie hatten das Ziel, in vertrauensvoller Einigkeit mit Gott zu sein, verfehlt und lebten nun durch einen tiefen Abgrund getrennt von ihm. Das ist Sünde!

Die Bibel umschreibt die Sünde auch mit Dunkelheit. Physikalisch gesehen gibt es keine Dunkelheit, sondern dieses Wort ist nur eine Umschreibung für die Abwesenheit von Licht. Jesus sagte über sich: „Ich bin das Licht der Welt! Wer mir folgt, wird nicht mehr in der Finsternis umherirren, sondern wird das Licht haben, das zum Leben führt.“77 Man kann daher sagen, dass Sünde (= Dunkelheit) die Abwesenheit Gottes ist, da Jesus (= Licht) Gott ist. Gottes Wort beschreibt somit grundlegend, was das Problem der Menschen ist. Natürlich ist uns das nicht angenehm, ein Problem mit Gott zu haben. Das Problem der Sünde lässt sich aber nicht einfach lösen, indem wir es ignorieren. So wie man Dunkelheit nicht einfach ausschalten kann, so kann man auch die Sünde nicht einfach ausschalten, sondern man muss Licht in die Sache bringen.

Man könnte Sünde auch mit einem unheilbaren Virus vergleichen, das eine Krankheit verursacht. Ärzte werden den Schaden, den das Virus verursacht, niemals heilen können, wenn sie einem einreden, das Virus existiere nicht, oder wenn immer nur die Symptome der Krankheit behandelt werden. Das mag zwar zeitweise den Schmerz lindern, beseitigt aber nicht die Ursache.

Doch wir dürfen Hoffnung haben, da es ein wirksames Gegenmittel gegen Sünde gibt. Zunächst müssen wir aber die Auswirkungen von Sünde noch etwas näher betrachten, um das Ausmaß unseres Problems zu verstehen.

Ist Sünde nur schlechtes Verhalten?

Gibt es denn schlimme Sünden und weniger schlimme Sünden?

Warum sprechen Christen auch von Erbsünde?

Wie ernst ist Sünde zu nehmen?

Was kann man gegen die Sünde tun?

Ist damit das Problem der Sünde jetzt einfach erledigt und man muss sich nicht weiter darum kümmern?

nachgehakt

• Ist dir bewusst geworden, was Sünde ist und welche Konsequenzen dies für dein Leben hat?

• Verstehst du jetzt, warum die Botschaft der Bibel eine gute Botschaft ist?

• Was hindert dich, die Vergebung deiner Sünden durch Jesus Christus als Geschenk von Gott anzunehmen?

 

Quellen