Honigsüße Höflichkeiten

Ich sitze in einem Kreis von 30 Leuten. Es ist ein warmer Sommerabend, unter mir liegt eine kleine Decke und alle Blicke sind auf mich gerichtet. Ein ziemlich komisches Gefühl. Die erste Person fängt an mir zu sagen, was sie an mir mag, welche Begabungen ich habe, was sie in mir sieht und wie sie mich kennen und lieben gelernt hat. 29 weitere Meinung folgen… alle positiv. Außer „Danke“ zu sagen, zu lächeln und zu nicken fällt mir nichts weiter ein. Insgesamt sieben Stunden sitzen wir da und jeder darf sich einmal in den Kreis auf die kleine Decke setzten. Es werden Tränen der Freude geweint, gelacht und gejubelt.

An einem Mittwochabend bin ich mal wieder in der Studentengemeinde. Noch bin ich recht neu und kenne nicht so viele Leute. Die meisten eher so vom Sehen. Plötzlich kommt ein Mädchen auf mich zu und sagt völlig aus dem nichts „Ich finde dich voll hübsch“.

Einerseits ein wirklich sehr seltsames Gefühl. Soviel Lob und Anerkennung zu bekommen ist ungewohnt und ich war mehr als überfordert damit. Aber es hat mir Selbstbewusstsein gegeben, mich gestärkt und mir klar gemacht, dass ich trotz all meiner Fehler genug bin. Genug für mich, für meine Mitmenschen und vor allem für Gott. In Zephanja 3,17 steht geschrieben, dass Gott vor Freude über mich singt und in 2. Mose 19,5 finden wir die Worte „wertvollster Besitz“. Ja, du und ich sind seine weltvollsten Besitztümer. Ihm gehört die ganze Welt, er hat soviel Reichtum, sogar der Ozean ist sein Eigentum, aber genau DU bist sein wertvollster Besitz und er jubelt, wenn er nur an dich denkt. Was für eine tolle Botschaft!

Lass uns anfangen, unseren Nächsten zu loben und ihn oder sie zu motivieren. So oft wissen wir nicht, was das in dem Anderen bewirken kann und wir geben damit Gottes Botschaft weiter. Wir werden dadurch zu einem Botschafter Gottes. Und wer will das bitte nicht sein?

Mariesa Wille