Gewaltfreie Kommunikation – lässt sich unsere Zunge beherrschen!?

Er steckt den Autoschlüssel ein, zieht sich die Schuhe an und verlässt die Wohnung. Stille. Sie hat wieder zu viel g esagt, ihn damit verletzt und verursacht, dass sie im Streit auseinander gehen. Wieso geraten wir in Beziehungen mit unserem Nächsten immer wieder aneinander? Wieso sagen wir Sachen, die wir nicht so meinten? Und wieso hat unsere Sprache so viel Gewalt? Weil wir sündige Menschen sind! Nicht umsonst beschreibt der Jakobusbrief die Zunge als „von der Hölle selbst entzündet“ (Jak 3,6).

Susann Pásztor und Klaus-Dieter Gens versuchen in ihrem Buch „Ich höre was, das du nicht sagst“ den Lesern ein paar Tipps für eine gelingende, gewaltfreie Kommunikation zu geben.

Im ersten Schritt soll man beobachten. Klingt leichter gesagt als getan. Hier geht es nämlich darum, das Beobachtete nicht sofort zu bewerten oder zu beurteilen, sondern als Außenstehender von einem objektiven Standpunkt zu studieren.

Im zweiten Schritt geht es um unsere Gefühle. Hier dürfen wir unsere Gefühle ausdrücken, die durch das Beobachtete hervorgerufen wurden. Das kann positiv sein, wie z.B. Freude oder Begeisterung, aber auch negativ, wie Trauer und Frustration. Hinter jedem Gefühl steht ein Bedürfnis.

Nun kommen wir zum dritten Schritt: Wenn wir uns im Klaren sind, welche Gefühle wir haben, dann können wir davon unsere Bedürfnisse ableiten. Sobald dies aber an einen Menschen gebunden ist, handelt es sich um einen Wunsch. Nun muss das Bedürfnis oder auch der Wunsch ausgesprochen werden. Vor allem, wenn es um unsere Mitmenschen geht, liegt es in unserer Verantwortung, diesen Wunsch auf eine gute Art und Weise und vor allem nicht verurteilend vor den Anderen zu bringen.

Im vierten Schritt geht es um das Bitten. Was kann der andere ganz konkret tun, damit es mir besser geht? Was kann der andere machen, damit unsere gemeinsame Lebensqualität verbessert wird?

In diesen vier Schritten der Kommunikation geht es darum, dass man sich auf allen Ebenen klar ausdrückt. Wie kann dies gelingen, besonders, wenn verbale Selbstbeherrschung so schwerfällt und es zudem ja auch noch auf den anderen ankommt? Der Jakobusbrief stellt diese Form der verbalen Selbstbeherrschung als die Königsdisziplin eines geheiligten Lebens dar: „Wer sich aber im Wort nicht verfehlt, der ist ein vollkommener Mensch und kann auch den ganzen Leib im Zaum halten“ (Jak 1,2b). Wir sind aber nicht vollkommen. Dies trifft auch bei der Anwendung der besten Methodik zu. Letztlich gilt für einen Christen, dass er die richtige Kraftquelle einsetzen muss: Aus der inneren Verbindung mit Jesus Christus bzw. dem Wirken des Heiligen Geistes ist es auch möglich, zerstörerische Kommunikationsmuster zu zerbrechen. Setzen wir auf die richtige Kraftquelle, kann eine Methodik zur gewaltfreien Kommunikation sehr hilfreich sein. Ohne läuft es hingegen auf eine menschliche Selbstverbesserung hinaus, welche durchaus Potential hat, aber letztlich immer zu kurz greifen muss.

„Wer seine Zunge hütet, bewahrt sein Leben; wer aber mit seinem Maul herausfährt, über den kommt Verderben.“  -Sprüche 13,3

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