Vorbildliche Gemeinde in Thessalonich

1. Thessalonicher 1,1-10

 

1 Paulus und Silvanus und Timotheus an die Gemeinde in Thessalonich in Gott, dem Vater, und dem Herrn Jesus Christus: Gnade sei mit euch und Friede! 2 Wir danken Gott allezeit für euch alle und gedenken euer in unserm Gebet 3 und denken ohne Unterlass vor Gott, unserm Vater, an euer Werk im Glauben und an eure Arbeit in der Liebe und an eure Geduld in der Hoffnung auf unsern Herrn Jesus Christus. 4 Liebe Brüder, von Gott geliebt, wir wissen, dass ihr erwählt seid; 5 denn unsere Predigt des Evangeliums kam zu euch nicht allein im Wort, sondern auch in der Kraft und in dem Heiligen Geist und in großer Gewissheit. Ihr wisst ja, wie wir uns unter euch verhalten haben um euretwillen. 6 Und ihr seid unserm Beispiel gefolgt und dem des Herrn und habt das Wort aufgenommen in großer Bedrängnis mit Freuden im Heiligen Geist, 7 sodass ihr ein Vorbild geworden seid für alle Gläubigen in Mazedonien und Achaja. 8 Denn von euch aus ist das Wort des Herrn erschollen nicht allein in Mazedonien und Achaja, sondern an allen Orten ist euer Glaube an Gott bekannt geworden, sodass wir es nicht nötig haben, etwas darüber zu sagen. 9 Denn sie selbst berichten von uns, welchen Eingang wir bei euch gefunden haben und wie ihr euch bekehrt habt zu Gott von den Abgöttern, zu dienen dem lebendigen und wahren Gott 10 und zu warten auf seinen Sohn vom Himmel, den er auferweckt hat von den Toten, Jesus, der uns von dem zukünftigen Zorn errettet. (LUT84)

Situation

Nachdem Paulus und Silas Thessalonich verlassen hatten (17,10), reiste Paulus weiter nach Athen. Silas blieb zusammen mit Timotheus in Mazedonien (17,14f). Timotheus kam aber bald nach. Aus Sorge um die Gemeinde sandte Paulus Timotheus von dort aus wiederum zurück nach Thessalonich (3,1f.5). Gerne wäre Paulus selbst gegangen, aber die Umstände erlaubten es ihm nicht (2,17f). Als Timotheus endlich mit guten Nachrichten zurück kam, war Paulus vermutlich schon in Korinth. Von hier aus verfasste Paulus seinen Brief dann auch (vgl. Apg 18,5 und 2Kor 1,19 mit 1Thes 3,6). Zwischen Paulus erstem Besuch in Thessalonich und dem ersten Thessalonicherbrief lag also wohl nicht mehr als ein halbes Jahr.

Kurze Erklärung zum Text

Der Glaube der Thessalonicher war in Mazedonien, in Achaja und darüber hinaus bekannt geworden (V.7f). Wenn man bedenkt, dass Paulus das nur etwa ein halbes Jahr nach seinem Besuch schreibt, ist das enorm. Ob in Philippi, in Beröa, in Athen oder in Korinth, in ganz Griechenland wurden Christen von ihrem Beispiel ermutigt (V.7). Auch missionarisch waren die Thessalonicher sehr aktiv. ‚Das Wort des Herrn‘ (V.8) bezeichnet die Verbreitung des Evangeliums (Apg 8,25; 13,44.48f; 15,35f; 16,32; 19,10.20). Das Evangelium entfaltete seine volle Kraft unter ihnen (V.5; vgl. Rom 1,16).

Fragen zum Text

  • An welche Dinge denkt ihr bei den Thessalonichern wenn ihr Werke, Mühe und Ausharren (V.3) hört (Apg 17,1-9)? Wenn ihr an Christen in eurem Umfeld denkt, welche Beispiele fallen euch ein für die ihr Gott danken könnt?
  • In welcher Beziehung stehen Werke, Mühe und Ausharren zu den Worten Glaube, Liebe und Hoffnung? Was hat uns das zu sagen?
  • Paulus freute sich über den Glauben der Thessalonicher. Mit ‚Glauben‘ assoziieren wir oft die Voraussetzung dafür Christ zu werden. Für Paulus bedeutet ‚Glauben‘ aber mehr. Was meint Paulus, wenn er von ‚Glauben‘ spricht? Was hat Glauben mit unserer Beziehung zu Gott zu tun? Lest dazu auch die Verse aus 1Thes 3,2.5-7.10.
  • Gott zu dienen und Jesus zu erwarten werden in einem Atemzug genannt (1,9f). Wie kann uns die Hoffnung auf seine Wiederkunft motivieren ein Leben zu leben, das Ihm gefällt? Wie kann aktives Warten auf Jesus unsere Einstellung und unser Verhalten beeinflussen? Lest dazu auch 5,4-11.
  • Im Zusammenhang mit den Eigenschaften und Werken der Thessalonicher schreibt Paulus davon, dass er sich ihrer Auserwählung sicher ist (V.4). Ist es angemessen anhand von Äußerlichkeiten so über andere zu urteilen? Wenn ja, an welchen Punkten kann man so etwas festmachen?

Richtungswechsel

Die Thessalonicher dürfen uns ein großes Vorbild im Glauben sein. Auch sie waren nicht perfekt und Paulus schrieb auch ermahnende Worte an sie (4,1-5,22), aber ihr Lebenszeugnis hat für sie gesprochen. Lassen wir das Evangelium an uns wirken.

Das Evangelium hat sich ausgehend von den Thessalonichern in kürzester Zeit verbreitet. Sie waren begeistert von der frohen Botschaft und haben darin gelebt. Wie ist es mit uns? Wir können etwas nur dann überzeugt weitergeben, wenn wir selbst davon überzeugt sind (2Kor 5,14; Phil 3,12-14.17). Wenn es uns schwer fällt unseren Glauben mit anderen Menschen zu teilen, dann sollten wir dafür beten, dass wir zuerst selbst ‚ergriffen werden‘.