Wohin mit der Kraft? (Juni 2016)

Dieser Baggergigant bei Görlitz am Berzdorfer See ist heute ein Museumsstück. Sicher war der SRs 1200 einst der ganze Stolz seiner Besitzer, obwohl er einer der kleineren seiner Gattung ist. Mit ihm wurde Landschaft massiv verändert, um Braunkohle zu gewinnen. Der 1940 t schwere und einst 2240 PS starke Koloss stammt aus dem Jahr 1961 und war fast 4 Jahrzehnte in Betrieb. In eine einzige seiner 8 Schaufeln passen 1,2 m3 Gestein oder Kohle. Wegen ihm und seinen “Kollegen” musste sogar der Ort Berzdorf verlegt werden. Seine „Lebensleistung“, die hauptsächlich der notwendigen Energieversorgung diente, wird heute auch aus anderen Gründen nicht nur positiv gesehen. Nun steht er reglos da und rostet vor sich hin. Er erinnert daran, dass jede von Menschen gemachte Mega-Maschine nur eine begrenzte Zeit einsatzfähig ist und auch eine zerstörerische Komponente hat. Die Kraft, die uns Menschen vom Schöpfer mit auf unseren Lebensweg gegeben wird, ist ebenfalls begrenzt und zeitlich limitiert. Nutzen wir sie, um aufzubauen statt zu zerstören. Wie kann man Lebenskraft sinnvoll einsetzen? Jesajas Mahnung vor über 2700 Jahren im Auftrag Gottes klingt da sehr praktisch und aktuell: „Lasst ab vom Bösen! Lernt Gutes tun, trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten.“ (Jes 1,16b-17a).

Foto und Text: W. Borlinghaus