Unter Strom (Mai 2014)

Neuerdings sprießen “Windkraftwälder” mit über 150m hohen Masten aus Nadel- und Laubwäldern, wie etwa dem Soonwald in Rheinland-Pfalz. Wer die A 61 zwischen Koblenz und Bingen befährt, kann sich ein Bild davon machen, wie unsere Mittelgebirgslandschaft demnächst überall aussehen wird. Dazu kommen weitere dringend benötigte neue Stromtrassen. Neben Windkraftwerke und Solarfelder werden sich also weitere Masten-Wälder gesellen müssen. Auf dem Foto sieht man beispielhaft eine Trasse über die Erlichseen nördlich von Karlsruhe und in unmittelbarer Nachbarschaft des Natur- und Vogelschutzgebietes “Wagbachniederung”. Der Anblick spiegelt in gewisser Weise den Konflikt zwischen Energiebedarf und Naturschutz wider und zeigt zugleich unsere Problemüberlastung bei der alternativen Energiegewinnung  und -verteilung. Sie lässt sich eben nicht so einfach und schon gar nicht ausschließlich umweltschonend bewerkstelligen. Doch uns drohen nicht nur überlastete Stromnetze wegen fehlender Hochspannungs-Trassen und wegen Verbindungsproblemen zwischen Stromerzeugern und Abnehmern sondern auch zunehmende Verbindungsschwierigkeiten der Menschen untereinander. Die aus dem Ruder laufenden Möglichkeiten, Leistungsanforderungen und der globale Problemlösungsbedarf erzeugen bei immer mehr Menschen eine Überlastung. Die psychische Überbeanspruchung ist häufig auf Desorientierung durch ständig neue Zielsetzungen im beruflichen wie im privaten Bereich zurückzuführen und könnte viel mehr als der physische Energie-Engpass zum Gesellschaftsproblem werden. Schade, dass ausgerechnet in einer derart strapazierten und ethisch ratloser gewordenen Gesellschaft christliche Initiativen zunehmend von offizieller Seite her ausgebremst werden. Zum Beispiel geschieht das durch Veranstaltungs- und Ausstellungsverbote an Hochschulen – ausgerechnet mit dem Hinweis auf Gewährleistung von Toleranz und Neutralität! Kann es Ausdruck von Freiheit und Toleranz sein, wenn Menschen die christliche Sichtweise in der öffentlichen Diskussion durch einschränkende Maßnahmen vorenthalten und durch diffamierende Begriffe madig gemacht wird? Wird hier nicht die wichtige Verbindung zu einer Botschaft gekappt, die es ermöglicht, Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur zu verbinden? Diese Möglichkeit sollte ausgebaut und nicht vom Netz genommen werden!

Foto und Text: Winfried Borlinghaus, Korntal