Lobpreis – Ein Lebensstil

Psalm 111

 

1 Halleluja! Ich danke dem HERRN von ganzem Herzen im Rate der Frommen und in der Gemeinde.

2 Groß sind die Werke des HERRN; wer sie erforscht, der hat Freude daran.

3 Was er tut, das ist herrlich und prächtig, und seine Gerechtigkeit bleibt ewiglich.

4 Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, der gnädige und barmherzige HERR.

5 Er gibt Speise denen, die ihn fürchten; er gedenkt ewig an seinen Bund.

6 Er läßt verkündigen seine gewaltigen Taten seinem Volk, daß er ihnen gebe das Erbe der Heiden.

7 Die Werke seiner Hände sind Wahrheit und Recht; alle seine Ordnungen sind beständig.

8 Sie stehen fest für immer und ewig; sie sind recht und verläßlich.

9 Er sendet eine Erlösung seinem Volk; er verheißt, daß sein Bund ewig bleiben soll. Heilig und hehr istsein Name.

10 Die Furcht des HERRN ist der Weisheit Anfang. Klug sind alle, die danach tun. Sein Lob bleibet ewiglich.

(LUT84)

Situation

Ps 111 ist ein Hallelujapsalm, der die geschichtlichen Taten Gottes in seinem Volk in Erinnerung ruft. Dabei werden verschiedene Taten Gottes durch eine einzelne Person oder eine Gruppe in Form eines Lobgesangs ins Zentrum des Glaubenslebens gestellt.

Kurze Erklärung zum Text

Im Hebräischen beginnt jeder Vers mit dem darauffolgenden Buchstaben des Alphabets. Nach einer Beschreibung, mit welcher Haltung Gott im Kreis seines Volkes gelobt wird, werden Gottes große (Wunder)Taten und seine Führung in der Geschichte von den Menschen gelobt, die Gottes Handeln wertschätzen und in einer frohen Beziehung zu ihm stehen (V.2). Gottes Handeln in der Geschichte wird mit königlichen Attributen beschrieben. Er ist seinem Volk ewig treu, sein gnädiges Handeln soll deshalb in seinem Volk in Erinnerung gerufen werden. (V.4) Die Versorgung seines Volkes mit Speise (V.5) und die Gabe des Landes (V.6) sind Ausdruck  seiner Treue und Macht, die das Vertrauen des Menschen in Gott stärken soll. Doch der Gott, der sein Volk erlöst und einen Bund gestiftet hat, ist ernst zu nehmen, weil er heilig ist. (V.9) Wer dies bejaht und entsprechend Gottes Ordnungen lebt, handelt weise und kann damit ein gelingendes Leben führen.

Fragen zum Text

  • Wer Gott persönlich kennengelernt hat, freut sich über sein Handeln in der Geschichte. Wie hängen in unserem Psalm Gottes Handeln in der Geschichte und der Glaube an ihn zusammen?
  • Gott wird hier als gewaltig und heilig beschrieben. Wie lassen sich diese Eigenschaften mit einem treuen und gnädigen Gott vereinbaren?
  • Welche Folgen ergeben sich für unser Leben, wenn wir Gottes Erlösung annehmen und damit im neuen Bund leben? Wie wird im NT das Handeln Gottes ins Bewusstsein gerufen? Wie würdest du dabei deine innere Haltung beschreiben?
  • Welche Anleitung gibt dieser Psalm für ein gelingendes Leben, welche Punkte würdest du ergänzen?

Richtungswechsel

Unser Glaube lebt sowohl vom Rückblick als auch Ausblick. Israel konnte im Exodus das Heilshandeln Gottes erleben, während wir im Sühnetod Jesu und seiner Auferstehung Gottes Heilshandeln für uns erkennen können.  Wie sich der Psalmbeter im AT an Gott erfreut und ihn bewundert, so finden wir z.B. in Röm 5,1-2 ein Zeugnis der Freude und des Danks über Gottes Heilshandeln. Im Alten und Neuen Testament  können wir Gottes Liebe und Treue, aber auch seine Heiligkeit erkennen, die Schuld nicht einfach unter den Teppich kehrt. Wer sich seine Schuld vergeben lässt und dankbar von Gottes Erlösungstat lebt, richtet seinen Blick nach vorne und will nach seinen Ordnungen leben. Das geschieht im Nachsinnen über seine Taten (Abendmahl) und hören auf sein Wort (Verkündigung, Bibelstudium), in der Gemeinschaft mit anderen Christen (Gottesdienst, Hauskreis) und mit Gott direkt (Gebet). Wer das beachtet und Gott in seiner Treue und Heiligkeit ernst nimmt, hat die richtigen Voraussetzungen für ein erfülltes Leben. Das wollen wir doch alle, oder?