Danken baut auf!

Kolosser 1,12-23

 

12 Mit Freuden sagt Dank dem Vater, der euch tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht. 13 Er hat uns errettet von der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes, 14 in dem wir die Erlösung haben, nämlich die Vergebung der Sünden. 15 Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung. 16 Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen. 17 Und er ist vor allem, und es besteht alles in ihm. 18 Und er ist das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene von den Toten, damit er in allem der Erste sei. 19 Denn es hat Gott wohlgefallen, dass in ihm alle Fülle wohnen sollte 20 und er durch ihn alles mit sich versöhnte, es sei auf Erden oder im Himmel, indem er Frieden machte durch sein Blut am Kreuz. 21 Auch euch, die ihr einst fremd und feindlich gesinnt wart in bösen Werken, 22 hat er nun versöhnt durch den Tod seines sterblichen Leibes, damit er euch heilig und untadelig und makellos vor sein Angesicht stelle; 23 wenn ihr nur bleibt im Glauben, gegründet und fest, und nicht weicht von der Hoffnung des Evangeliums, das ihr gehört habt und das gepredigt ist allen Geschöpfen unter dem Himmel. Sein Diener bin ich, Paulus, geworden. (Luther 1984)

Situation

Siehe Ausführungen zu Kolosser 1, 1-12. Dass Paulus selbst aus der Gefangenschaft und unter Bedrängnis das „Danken“ zum Thema macht, spricht für seine innere Freiheit und seinen durch Christus gestärkten Charakter. Schwierige äußere Umstände lähmen ihn nicht, wie z.B. einige Jahre früher die eindrückliche „Knast-Geschichte“ in Philippi gezeigt hat (Apg 16,23-40).

Erklärung zum Text

Vers 12: „Wie sagt man?“ – die typische Frage der Eltern an ein Kind, das etwas geschenkt bekommen und sich nicht bedankt hat. Danke sagen braucht ein Gegenüber (wem) und einen Grund (für was).

Wem: „dem Vater“; Für was: „der euch tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht.“ Was heißt das?

Verse 13+14: Er hat uns errettet von der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes, in dem wir die Erlösung haben, nämlich die Vergebung der Sünden.

Die Macht der Finsternis ist das, was uns ursprünglich umgibt, seit der Mensch sich von Gott abgewendet hat (siehe 1. Mose 3, 23). Das Reich seines lieben Sohnes ist der Herrschaftsbereich, den Jesus uns eröffnet, indem er uns unsere Sünden vergibt. Vergleiche Johannes 1, 12: Wie viele ihn aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben. Dadurch, dass wir Gottes Kinder werden, werden wir Erben. Wir bleiben nicht in der Finsternis, sondern kommen ins Licht.

Vers 15: Gott ist unsichtbar, aber er zeigt sich uns in Jesus.

Verse 15 – 20: Dieser Textabschnitt war vermutlich ein bekanntes Lied, das hier aufgenommen wird, ein sogenannter Christushymnus. Als Christushymnus bezeichnet man Texte, Lieder und Gedichte, die in besonderem Ausmaß Jesus Christus zum Inhalt haben. Dazu gehören Texte im Neuen Testament, die in poetischer Form ein christliches Glaubensbekenntnis enthalten aber auch z.B. Psalmen und Texte aus dem Alten Testament, die auf den Messias hinweisen. Ein Teil dieser Texte gehört heute bei uns zu den Weihnachtstexten.

Beispiele:

  • Psalm 23, Psalm 110
  • Jesaja 9, 1-6
  • Jesaja 52,13 bis 53,1–12
  • Johannes 1, 1-18
  • Timotheus 3,16: Und groß ist, wie jedermann bekennen muss, das Geheimnis des Glaubens: Er ist offenbart im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, erschienen den Engeln, gepredigt den Heiden, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit.
  • Hebräer 1,3: Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort und hat vollbracht die Reinigung von den Sünden und hat sich gesetzt zur Rechten der Majestät in der Höhe.

Fragen zum Text

  1. Mit Freuden Danke sagen.
    Wie geht es uns damit in unserem ganz normalen Alltag?
    Wie geht es uns damit im Blick auf das, was Gott uns schenkt?
  2. Wie könnte man die Verse 15 – 20 in eigenen Worten ausdrücken?
  3. V 21+22: Wie ist das mit Menschen, die in einem christlichen Umfeld aufgewachsen sind und nie Gott abgelehnt haben?

Richtungswechsel

Mit Freuden Danke sagen. Dazu gehört, dass ich weiß, wem ich danke sagen soll und vor allem, für was. Lassen wir uns anstecken von dem Christushymnus.

(EH)