Vorbereitung auf Gegenwind

Johannes 15,18-16,4

 

18 Wenn euch die Welt hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat. 19 Wäret ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihre lieb. Weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt. 20 Gedenkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie euch auch verfolgen; haben sie mein Wort gehalten, so werden sie eures auch halten. 21 Aber das alles werden sie euch tun um meines Namens willen; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat. 22 Wenn ich nicht gekommen wäre und hätte es ihnen gesagt, so hätten sie keine Sünde; nun aber können sie nichts vorwenden, um ihre Sünde zu entschuldigen. 23 Wer mich hasst, der hasst auch meinen Vater. 24 Hätte ich nicht die Werke getan unter ihnen, die kein anderer getan hat, so hätten sie keine Sünde. Nun aber haben sie es gesehen, und doch hassen sie mich und meinen Vater. 25 Aber es muss das Wort erfüllt werden, das in ihrem Gesetz geschrieben steht: »Sie hassen mich ohne Grund« (Psalm 69,5). 26 Wenn aber der Tröster kommen wird, den ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, der wird Zeugnis geben von mir. 27 Und auch ihr seid meine Zeugen, denn ihr seid von Anfang an bei mir gewesen.1 Das habe ich zu euch geredet, damit ihr nicht abfallt. 2 Sie werden euch aus der Synagoge ausstoßen. Es kommt aber die Zeit, dass, wer euch tötet, meinen wird, er tue Gott einen Dienst damit. 3 Und das werden sie darum tun, weil sie weder meinen Vater noch mich erkennen. 4 Aber dies habe ich zu euch geredet, damit, wenn ihre Stunde kommen wird, ihr daran denkt, dass ich’s euch gesagt habe. Zu Anfang aber habe ich es euch nicht gesagt, denn ich war bei euch. (LUT84)

Situation

Dem Liebesgebot für die Jünger stellt Jesus nun den Hass der Welt gegenüber. 9 Mal kommt in den Versen 9-17 die Worte ‚Liebe‘ oder ‚lieben‘ vor. 7 Mal kommt in den Versen 18-25 das Wort ‚hassen‘ vor.  Der Gegensatz könnt kaum stärker sein. Jesus bereitet seine Jünger darauf vor, was nach seinem Tod und seiner Auferstehung auf sie zukommt (16,1.4; vgl. 14,19-21).

Erklärung zum Text

Wiederholt spricht Jesus davon, dass die Welt ohne Sünde wäre, wenn er nicht gekommen wäre (15,22.24). Das kann nicht im absoluten Sinn verstanden werden. Jesus ist ja gerade wegen der Sünde der Welt auf die Erde gekommen (1,29). Wer Jesus bewusst ablehnt, wird aber in besonderem Maße schuldig (16,8f; vgl. Lk 12,48).

Fragen zum Text

  • Was meint Jesus mit ‚Welt‘ (siehe besonders: Joh 8,23f; 17,25)?
  • Die Akzeptanz der Christen und ihrer Botschaft hängt letztendlich nicht von ihnen ab, sondern davon wie sich jeder Einzelne zu Jesus stellt (15,20). Welche Konsequenzen hat das für unseren Auftrag von Gott?
  • In 15,25 zitiert Jesus Psalm 69,5. Der Psalm ist von David und beschreibt sein Ergehen. Was können wir aus Psalm 69 für unsere Haltung bei Verfolgung lernen?
  • Jesus weist die Jünger darauf hin, dass sie Zeugen für ihn sein werden (Joh 15,27). Welche Hilfe wird ihnen für diese Aufgabe zugesagt (15,26)? Warum ist diese Hilfe erforderlich?
  • Jesus nennt im 16,1 die Absicht seiner Rede. Wo ist die Gefahr abzufallen? Ist die Gefahr heute die gleiche? Wenn ja, wie können uns die Worte von Jesus  davor bewahren?

Richtungswechsel

Vielleicht hast du es aufgegeben mit Anderen über Jesus zu reden, weil sie immer wieder Desinteresse zeigen, abweisend reagieren oder schlimmeres. Jesus war sich dessen bewusst, dass das Zeugnis für ihn negative Reaktionen mit sich bringt. Er rief seine Jünger trotzdem dazu auf. Nimm dir bewusst vor mit Anderen über Jesus zu reden. Nicht zwanghaft, sondern ganz natürlich. Wenn du damit negative Reaktionen hervorrufst, verliere nicht den Mut (15,20).