Unabhängigkeit führt am Ziel vorbei

Johannes 15,1-17

 

1 Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner. 2 Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, wird er wegnehmen; und eine jede, die Frucht bringt, wird er reinigen, dass sie mehr Frucht bringe.3 Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. 4 Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt. 5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. 6 Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer und sie müssen brennen. 7 Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren.8 Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger 9 Wie mich mein Vater liebt, so liebe ich euch auch. Bleibt in meiner Liebe! 10 Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, wie ich meines Vaters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe. 11 Das sage ich euch, damit meine Freude in euch bleibe und eure Freude vollkommen werde. 12 Das ist mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch liebe. 13 Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde. 14 Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete. 15 Ich sage hinfort nicht, dass ihr Knechte seid; denn ein Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Euch aber habe ich gesagt, dass ihr Freunde seid; denn alles, was ich von meinem Vater gehört habe, habe ich euch kundgetan. 16 Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt, damit, wenn ihr den Vater bittet in meinem Namen, er’s euch gebe. 17 Das gebiete ich euch, dass ihr euch untereinander liebt.  (LUT84)

Situation

Joh 15,1 bildet das letzte der 7 Ich bin-Worte im Johannesevangelium. Der Text steht mitten in den Abschiedsreden von Jesus (Joh 13-17), die die letzte Woche vor seiner Kreuzigung wiedergeben. Zwischen Kap. 14 und Kap. 15 fand vermutlich ein Ortswechsel statt (14,31). Es könnte also sein, dass Jesus mit seinen Jüngern durch Weinberge zog und der Vergleich vor Ort direkt veranschaulicht wurde.

Thematisch knüpft Jesus an seine Worte in Bezug auf den Heiligen Geist an (14,15-31). In 14,23 spricht Jesus davon, dass er und sein Vater im Gläubigen wohnen werden. In 14,17 sagt er das ebenso in Bezug auf den Heiligen Geist. Die ganze Trinität ist inbegriffen. In Kap. 15 fährt Jesus also fort über die Gemeinschaft Gottes mit dem Gläubigen zu reden. Er beschreibt nun konkreter wie diese Gemeinschaft aussieht.

Erklärung zum Text

Das Bild vom Weinstock ist im Alten Testament wiederholt für Israel verwendet. Siehe dazu besonders Jes 5,1-7. Israels Auftrag war es Frucht zu bringen erwähnt. Weil sie aber nur schlechte Frucht bringen, wird Gericht angekündigt. Jesus wird in Joh 15,1 nun als wahrer Weinstock vorgestellt.

Fragen zum Text

  • Was bedeutet es Frucht zu bringen? Was können die Verse 9-13 dazu beitragen diese Frage zu klären?
  • Was sind die Konsequenzen, wenn ein Christ keine Frucht bringt? Was bedeutet das, dass Gott eine Rebe wegnimmt (V.2) bzw. hinauswirft (V.6)
  • Wie arbeitet Gott an einem Christen, der Frucht bringt? Was bedeutet Reinigung (V.2).
  • Was bedeutet es in Jesus zu bleiben? Wie geht das?
  • Welche Bedingungen nennt Jesus dafür, dass Gebet erhört wird (V.7)? Ist das ein Blanko-Check für jedes Anliegen, wenn nur die Herzenseinstellung stimmt?

Richtungswechsel

Wir sind nicht aufgefordert Frucht zu bringen, sondern lediglich in Jesus zu bleiben. Suche bewusst die Gemeinschaft mit ihm und beschäftige dich mit seinen Worten (V.7). Dann wird die Frucht nicht ausbleiben.