Großzügigkeit – Die Salbung Jesu in Betanien

Johannes 12,1-11

 

1 Sechs Tage vor dem Passafest kam Jesus nach Betanien, wo Lazarus war, den Jesus auferweckt hatte von den Toten. 2 Dort machten sie ihm ein Mahl und Marta diente ihm; Lazarus aber war einer von denen, die mit ihm zu Tisch saßen. 3 Da nahm Maria ein Pfund Salböl von unverfälschter, kostbarer Narde und salbte die Füße Jesu und trocknete mit ihrem Haar seine Füße; das Haus aber wurde erfüllt vom Duft des Öls. 4 Da sprach einer seiner Jünger, Judas Iskariot, der ihn hernach verriet: 5 Warum ist dieses Öl nicht für dreihundert Silbergroschen verkauft worden und den Armen gegeben? 6 Das sagte er aber nicht, weil er nach den Armen fragte, sondern er war ein Dieb, denn er hatte den Geldbeutel und nahm an sich, was gegeben war. 7 Da sprach Jesus: Lass sie in Frieden! Es soll gelten für den Tag meines Begräbnisses.8 Denn Arme habt ihr allezeit bei euch; mich aber habt ihr nicht allezeit. 9 Da erfuhr eine große Menge der Juden, dass er dort war, und sie kamen nicht allein um Jesu willen, sondern um auch Lazarus zu sehen, den er von den Toten erweckt hatte. 10 Aber die Hohenpriester beschlossen, auch Lazarus zu töten; 11 denn um seinetwillen gingen viele Juden hin und glaubten an Jesus. (LUT84)

Kontext

Der Ort des Geschehens ist das Haus von Lazarus in Betanien. Lazarus, den Jesus auferweckt hatte, nahm am Mahl teil. Gleichzeitig wurde Jesus für sein eigenes Begräbnis vorbereitet.

Während der Hohepriester Kaiphas zuvor noch davon sprach, dass es besser sei, dass ein Mensch (Jesus) stirbt als dass das ganze Volk umkomme (11,50) wollten sie nun auch Lazarus töten (12,10f). Viele weitere sollten folgen, um die Wahrheit zu unterdrücken (vgl. Apg 7,54-8,3).

Kurze Erklärung zum Text

Ein Pfund Salböl (Parfum) war damals wie heute eine  große Menge. Übliche Parfumflaschen hatten deutlich weniger Inhalt und es wurde verständlicherweise auch deutlich weniger verwendet. Das Salböl bestand aus reiner sehr kostbarer Narde aus Indien und wurde normalerweise dafür verwendet den Kopf zu salben. Der Wert (300 Denare – V.5) betrug etwa den Jahreslohn eines normalen Arbeiters.

Fragen zum Text

  • Wie Maria so sind auch wir herausgefordert Jesus mit unserem Besitz zu anzubeten. Wie soll das in unserem Leben sichtbar werden?
  • Die Motivation von Judas war zweifellos falsch (V.6), aber ist der Einwand (V.5) nicht trotzdem nachvollziehbar? Wie hättest du reagiert wenn du in der Situation der Jünger gewesen wärst?
  • Die Salbung von Maria wird in einem Vers zusammengefasst. Der Auseinandersetzung mit Judas werden 5 Verse eingeräumt. Johannes setzt hier seinen Schwerpunkt. Wie Judas, so sind auch wir herausgefordert unsere Motivation zu prüfen. Wo stehen wir in Gefahr unseren eigenen Vorteil mit guten Anliegen zu rechtfertigen?
  • Sind die Worte von Jesus (V.8) als direkter Auftrag zu verstehen nach seinem Tod für Arme zu sorgen oder bloß als Möglichkeit? Welche Verantwortung hat ein Christ für die Menschen um ihn herum?

Richtungswechsel

In Pred 7,1a heißt es: „Ein guter Ruf ist besser als gute Salbe“. Der Bericht von Maria ist eine gute Veranschaulichung des Verses. Wie wir mit unserem Besitz umgehen ist ein guter Indikator dafür wie ernst wir unseren Glauben nehmen (Mt 6,21). Gib Gott dein Bestes!