Fröhliches Gebet in schweren Zeiten

Habakuk 3,1+2+18+19

 

1 Dies ist das Gebet des Propheten Habakuk, nach Art eines Klageliedes:

2 HERR, ich habe die Kunde von dir gehört, ich habe dein Werk gesehen, HERR!

Mache es lebendig in naher Zeit, und lass es kundwerden in naher Zeit. Im Zorne denke an Barmherzigkeit! (…)

18 Aber ich will mich freuen des HERRN und fröhlich sein in Gott, meinem Heil.

19 Denn der HERR ist meine Kraft, er wird meine Füße machen wie Hirschfüße und wird mich über die Höhen führen.

Hab 3,1-2 und 3,18-19 (Lu84)

Situation

Mit einem Gebet schließt das Buch Habakuk ab. Es ist quasi das Ergebnis eines Dialoges, den der Prophet mit Gott führte und die Zusammenfassung dessen, was Gott ihn durch spezifische Antworten auf seine Fragen lehrte.

Kurze Erklärungen zum Text

In den ersten beiden Versen fasst Habakuk in einer Bitte zusammen, was Gott ihn lehrte, nämlich dass dieser sehr wohl Zorn und Gerechtigkeit „unter einen Hut“ bringen kann und beim richten weder den Überblick noch die Fairness vermissen lässt. Es folgt eine Aufzählung großer Taten Gottes in der Vergangenheit als Ausdruck der Anerkennung und Hochachtung Gottes.

Am Kapitelende sehen wir das Ergebnis der persönlichen „Seelsorge Gottes“ an seinem Propheten und die wunderbare Fähigkeit Gottes, dass er selbst bei Ereignissen von globaler Bedeutung, den einzelnen Gläubigen (hier Habakuk mit seinen persönlichen Fragen und Zweifeln) nicht aus dem Blick verliert.

P.S.: Bei den bedeutenden Schriftfunden von Qumran fand sich auch ein „Habakuk-Pescher“, ein Kommentar, der erkennen lässt, dass die Qumrangemeinschaft bereits lange vor Christus einen Unterschied zwischen Heiliger Schrift und eigener Auslegungen/ Kommentare machte. Dadurch wird der Wert des Buches Habakuk als ursprünglich heilige Schrift unterstrichen.

Fragen zum Text-Abschnitt

  • Was hat Habakuk nach seinen Einwänden in Kapitel 1 an Antworten erhalten und verstanden?
  • Wie ist die Freude und Hoffnung Habakuks zu erklären, obwohl das schreckliche Gericht noch bevorsteht?
  • Habakuk „wird zum Hirsch“ – was drückt dieses Bild im Hinblick auf seine Gottesbeziehung aus?
  • Wie wünsche ich mir mein Verhältnis zu Gott, wenn schwierige Zeiten bevorstehen und was ermutigt mich am Buch Habakuk persönlich?

Richtungswechsel

Vom Vorwurf zur Nachdenklichkeit: verliere angesichts von Zweifeln und unbeantworteten Fragen nie die Ehrfurcht vor Gott, wenn Du sie hast oder gewinne sie, wenn Du sie noch nicht hast. Werde Dir Deiner Stellung Gott gegenüber bewusst und gestehe Dir ein, dass Du seine Hilfe für Dein Denken und Handeln brauchst. Lies erwartungsvoll sein Wort, die Bibel und bete wie Dir „der Schnabel gewachsen ist“, doch mit der nötigen Hochachtung. Und tausche Dich mit anderen Christen aus. Das kann der Beginn einer ganz neuen Gottesbeziehung sein.