Beschwerde bei Gott

Habakuk 1,1-4

 

1 Dies ist die Last, die der Prophet Habakuk geschaut hat.
2 HERR, wie lange soll ich schreien und du willst nicht hören? Wie lange soll ich zu dir rufen: »Frevel!«, und du willst nicht helfen?
3 Warum lässt du mich Bosheit sehen und siehst dem Jammer zu? Raub und Frevel sind vor mir; es geht Gewalt vor Recht.
4 Darum ist das Gesetz ohnmächtig, und die rechte Sache kann nie gewinnen; denn der Gottlose übervorteilt den Gerechten; darum ergehen verkehrte Urteile. (Lu84)

Situation

Der Prophet Habakuk lebte und wirkte zur Zeit Jeremias unmittelbar vor der „babylonischen Gefangenschaft“ Israels Ende des 7. Jahrhunderts vor Christus im Südreich Juda, nachdem das Nordreich bereits durch die Assyrer ausgelöscht war.

Kurze Erklärungen zum Text

Auffällig: Nicht Gott beruft den Propheten, wie sonst im Alten Testament, sondern dieser ruft nach Gott. (Vergleiche den Beginn des Buches mit anderen Propheten)

Habakuks Gründe für seine Klage: 1) Die gottlosen Zustände in Juda (= Last); 2) Gottes Schweigen angesichts der Missachtung seiner Gebote.
Gedanke: das Schweigen Gottes als Illustration für den Propheten, wie es Gott ergeht, wenn sein Volk permanent seinen Ruf ignoriert (vgl. 2.Chr 36,15ff).

Fragen zum Text-Abschnitt

Was empfindet Habakuk gegenüber seinem Volk?
Was empfindet Habakuk gegenüber Gott?
Was kann ich beim beten von Habakuk lernen?

Richtungswechsel

Was möchte ich zukünftig anders machen als bisher?