Gebetserhörung – Vision mit Hoffnung

Habakuk 2,2-4

 

2 Der HERR aber antwortete mir und sprach: Schreib auf, was du geschaut hast, deutlich auf eine Tafel, dass es lesen könne, wer vorüberläuft!

3 Die Weissagung wird ja noch erfüllt werden zu ihrer Zeit und wird endlich frei an den Tag kommen und nicht trügen. Wenn sie sich auch hinzieht, so harre ihrer; sie wird gewiss kommen und nicht ausbleiben.

4 Siehe, wer halsstarrig ist, der wird keine Ruhe in seinem Herzen haben, der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben. (Lu 84)

Situation

Habakuks Erwartung wird nicht enttäuscht: Gott antwortet, diesmal mit persönlichem Trost und Antwort auf seine Einwände.

Kurze Erklärungen zum Text

Dieser Abschnitt bezieht sich wesentlich auf die erste Antwort Gottes in Kapitel 1,5-11 und erst danach geht Gott auf den Tyrannen Nebukadnezar und das ein, was diesen zu erwarten hat. Zunächst geht es hier jedoch um Juda. Gott nimmt nichts von der Härte des drohenden Gerichtes zurück. Das Volk bekommt es sogar noch ausdrücklich schriftlich (2,2)!  Es gibt auch keinen besonderen Aufschub. Habakuk wird noch mit erleben müssen, was angedroht ist. Doch Gott antwortet auf Habakuks Einwände. Gott ist nicht ungerecht indem er eine rücksichtslose Kollektivstrafe verhängt. Dem Gläubigen wird ausdrücklich eine tröstliche Verheißung gegeben (4) und damit auch Habakuk selbst.

Fragen zum Text-Abschnitt

  • Inwiefern hat Gott mehrere Bezugsebenen seines Handelns mit den Menschen im Blick? Die Welt? Das Volk? Den Einzelnen?
  • Welche Befürchtungen Habakuks bleiben, welche werden ihm genommen?
  • Welches Licht wirft Vers 4 und dessen auffällig häufiges Zitieren im neuen Testament (Röm 1,17; Gal 3,11; Hebr 10,38) auf Gottes grundsätzliche Absicht mit den Menschen?

Richtungswechsel

Der biblisch verstandene Glaube an Gott darf keinesfalls als eine irgendwie religiöse Vorstellungskraft oder Fähigkeit zu besonderer Fantasie missverstanden werden! Glaube ist ein Beziehungsbegriff, der die Existenz Gottes und die Möglichkeit der Kommunikation zwischen Gott und den Menschen voraussetzt, weil er als Schöpfer dies so ermöglicht und gewollt hat.

Beim Glauben geht es letztlich darum, darauf zu vertrauen und zu verstehen, dass Gott Dich liebt und sich Dir in Jesus Christus gnädig und aufopfernd bis zum Tod am Kreuz zugewendet hat. Es geht darum, zu erkennen, dass mein persönliches Schuldproblem nur von Gott selbst und nicht durch meine religiöse Leistung gelöst werden kann: Rechtfertigung durch den Glauben an das wegen meiner Schuld notwendige Opfer Jesu Christi! Diesem Weg zuzustimmen und Gott darin Recht zu geben, ist das Entscheidende. Dann kannst Du Gottes tröstende Worte in Hab 2,4 auf Dich persönlich beziehen!