Dranbleiben

Galater 4,1-20

 

1 Ich sage aber: Solange der Erbe unmündig ist, ist zwischen ihm und einem Knecht kein Unterschied, obwohl er Herr ist über alle Güter; 2 sondern er untersteht Vormündern und Pflegern bis zu der Zeit, die der Vater bestimmt hat. 3 So auch wir: Als wir unmündig waren, waren wir in der Knechtschaft der Mächte der Welt.4 Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, 5 damit er die, die unter dem Gesetz waren, erlöste, damit wir die Kindschaft empfingen. 6 Weil ihr nun Kinder seid, hat Gott den Geist seines Sohnes gesandt in unsere Herzen, der da ruft: Abba, lieber Vater!7 So bist du nun nicht mehr Knecht, sondern Kind; wenn aber Kind, dann auch Erbe durch Gott.8 Aber zu der Zeit, als ihr Gott noch nicht kanntet, dientet ihr denen, die in Wahrheit nicht Götter sind.9 Nachdem ihr aber Gott erkannt habt, ja vielmehr von Gott erkannt seid, wie wendet ihr euch dann wieder den schwachen und dürftigen Mächten zu, denen ihr von Neuem dienen wollt? 10 Ihr haltet bestimmte Tage ein und Monate und Zeiten und Jahre. 11 Ich fürchte für euch, dass ich vielleicht vergeblich an euch gearbeitet habe.12 Werdet doch wie ich, denn ich wurde wie ihr, liebe Brüder, ich bitte euch. Ihr habt mir kein Leid getan.13 Ihr wisst doch, dass ich euch in Schwachheit des Leibes das Evangelium gepredigt habe beim ersten Mal. 14 Und obwohl meine leibliche Schwäche euch ein Anstoß war, habt ihr mich nicht verachtet oder vor mir ausgespuckt, sondern wie einen Engel Gottes nahmt ihr mich auf, ja wie Christus Jesus. 15 Wo sind nun eure Seligpreisungen geblieben? Denn ich bezeuge euch, ihr hättet, wenn es möglich gewesen wäre, eure Augen ausgerissen und mir gegeben. 16 Bin ich denn damit euer Feind geworden, dass ich euch die Wahrheit vorhalte?17 Es ist nicht recht, wie sie um euch werben; sie wollen euch nur von mir abspenstig machen, damit ihr um sie werben sollt. 18 Umworben zu werden ist gut, wenn´s im Guten geschieht, und zwar immer und nicht nur in meiner Gegenwart, wenn ich bei euch bin. 19 Meine lieben Kinder, die ich abermals unter Wehen gebäre, bis Christus in euch Gestalt gewinne! – 20 Ich wollte aber, dass ich jetzt bei euch wäre und mit andrer Stimme zu euch reden könnte; denn ich bin irre an euch.

Situation

Paulus erklärt in den Kapiteln vorher, warum der Glaube an Jesus Christus und nicht die eigenen Werke die Gerechtigkeit vor Gott bringt. Paulus weißt dabei auf Abraham hin und wie sich Gottes Verheißung an ihn in Jesus Christus erfüllt. So sind nun diejenigen die Kinder Abrahams, die aus dem Glauben an Gott, in Jesus Christus, leben.

Erklärungen zum Text

Paulus spricht im Vers 3 von „in der Knechtschaft der Mächte der Welt“. Hintergrund ist die Annahme in der Antike, dass alles aus 4 Grundelementen (Feuer, Wasser, Luft und Erde) besteht und diese einzelnen Gottheiten zugeschrieben sind. Sich diesen Elementen oder Mächten hinzuwenden (durch Einhaltung bestimmter Tage, etc. = Werke), steht daher im Widerspruch zu Christus. Die Beziehung zu Gott lässt keinen Raum für andere „Götter“. Die Beziehung zu Gott bringt durch den Glauben an Jesus Christus die Freiheit.

Fragen

  • Welches Geschenk Gottes verdeutlicht Paulus in den Versen 1 bis 7?
  • Welchen Missstand im Verhalten der Galater greift Paulus in den Versen 8 bis 11 auf?
  • Welches Verhalten der Galater gegenüber Paulus verdeutlicht er den Galatern in den Versen 12 bis 16?
  • Welchen Widerspruch im Verhalten der Galater verdeutlicht Paulus?
  • Kann man das Erbe auch wieder verlieren (Vers 11)?
  • Umwirbst du auch etwas aus falschen Gründen?

Richtungswechsel

Klare Entscheidungen tun gut. Willst du ein Kind Gottes sein? Wenn du zu Gott gehören möchtest, kannst du dein Leben nicht wie vorher leben. Paulus zeigt dies den Galatern auf. Sie standen in der Gefahr, in ihr altes Leben zurück zu gehen, dass nichts von der Gerechtigkeit allein durch den Glauben wusste, sondern Rituale für andere „Götter“ beinhaltete. Es ist wichtig, dass wir uns einander als Kinder Gottes die Wahrheit sagen und einander zuhören (Vers 16). Paulus verstrickt sich dabei nicht in Kleinigkeiten des Alltags, sondern erklärt den Galatern das, was er ihnen bereits im Evangelium gepredigt hatte, als er bei ihnen war. Dass wir durch den Glauben leben dürfen und das Gesetz kein Anrecht auf unseren Tod mehr hat, sollten wir als Kinder Gottes nie vergessen.