Gottes Gericht über Ägypten

Exodus 7,1-10,29

 

Und der HERR sprach zu Mose: Siehe, ich habe dich für den Pharao zum Gott eingesetzt, und dein Bruder Aaron soll dein Prophet sein. Du sollst alles reden, was ich dir befehlen werde, und dein Bruder Aaron soll zum Pharao reden, dass er die Söhne Israel aus seinem Land ziehen lassen soll. Ich aber will das Herz des Pharao verhärten und meine Zeichen und Wunder im Land Ägypten zahlreich machen. Und der Pharao wird nicht auf euch hören. Dann werde ich meine Hand an Ägypten legen und meine Heerscharen, mein Volk, die Söhne Israel, durch große Gerichte aus dem Land Ägypten herausführen. Und die Ägypter sollen erkennen, dass ich der HERR bin, wenn ich meine Hand über Ägypten ausstrecke und die Söhne Israel aus ihrer Mitte herausführe. Da handelten Mose und Aaron, wie ihnen der HERR befohlen hatte, so handelten sie. Mose aber war 80 Jahre alt und Aaron 83 Jahre, als sie zum Pharao redeten. Und der HERR sprach zu Mose und Aaron: Wenn der Pharao zu euch reden und sagen wird: Weist euch durch ein Wunder aus!, dann sollst du zu Aaron sagen: Nimm deinen Stab und wirf ihn vor dem Pharao hin! – er wird zu einer Schlange werden. Da gingen Mose und Aaron zum Pharao hinein und machten es so, wie der HERR geboten hatte: Aaron warf seinen Stab vor dem Pharao und vor seinen Hofbeamten hin, und er wurde zur Schlange. Da rief auch der Pharao die Weisen und Zauberer; und auch sie, die Wahrsagepriester Ägyptens, machten es ebenso mit ihren Zauberkünsten, sie warfen jeder seinen Stab hin, und es wurden Schlangen daraus. Aber Aarons Stab verschlang ihre Stäbe. Doch das Herz des Pharao wurde verstockt, und er hörte nicht auf sie, wie der HERR geredet hatte…  (LUT84)

Situation

Es war zwar der Pharao, der die Unterdrückung der Israeliten anordnete (1,8-10; 5,6-9). Das Volk der Ägypter zog aber mit (1,11-14; 5,10-14) und machte sich so mit schuldig. Es gab zwar auch Ausnahmen (1,15-21), aber die Plagen kamen nicht willkürlich über Ägypten. Gott hatte das Schreien der Israeliten gehört und wollte sie retten.

Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht der Plagen, die über Ägypten kamen. Hier werden zwar erst die ersten 9 Plagen behandelt, der Vollständigkeit halber werden aber alle aufgezählt.

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Erklärung zum Text

Mose wird von Gott zum Gott für den Pharao eingesetzt und Aaron als sein Prophet (7,1). Das bezieht sich darauf, dass Mose mit Autorität Befielt, während Aaron sein Sprachrohr ist, der seine Befehle ausführt (vgl. 7,9; siehe auch: 4,15f).

Gott sagt Mose und Aaron die Reaktion des Pharaos zwar bereits voraus, der Pharao ist aber in seiner Ablehnung aktiv beteiligt. 6 Mal verstockt er selbst das Herz, 4 Mal verstockt Gott es. Der Pharao ist selbst für sein Handeln verantwortlich. Es wird aber auch deutlich, dass Gott selbst wenigstens in 4 Fällen das Herz des Pharaos verstockt. Der Mensch kann Gott nicht über sein Heil verfügen. Es gilt heute auf Gottes Ruf zu hören (Ps 95,7f).

Fragen zum Text

  • Gott sagt voraus, dass der Pharao nicht auf Mose und Aaron hören wird (7,4). Welchen Zweck erfüllen die Plagen dann? Siehe dazu 7,5.
  • Sicher hast du es auch schon einmal erlebt, dass du wusstest, dass Gott etwas Bestimmtes von dir erwartet, du aber nicht gehorsam warst. Dein Herz war verhärtet. Wie hast du es geschafft, das zu überwinden?
  • Welche Rolle spielten die Zauberer bei den Plagen (siehe die Tabelle oben)? Was sagt ihre Ohnmacht über die Macht Satans aus? In wieweit kann uns das als Christen Gelassenheit geben?
  • Die 7.Plage traf nur diejenigen Ägypter, die sich nicht auf die Prophetie vertrauten (9,20f). Bei allen weiteren Plagen sind aber anscheinend alle Ägypter gleichermaßen betroffen. Ist das ungerecht von Gott?

Richtungswechsel

Vielleicht bist du in einer vergleichbaren Situation wie der Pharao. Der Zorn Gottes und das ewige Gericht sind sicher, wenn wir nicht Buße tun und zu Gott umkehren (Joh 3,18.36). Wenn du das noch nicht getan hast, vertraue Gott heute dein Leben an.

Vielleicht bist du aber auch schon gläubig. Dann bist du wie Mose und Aaron dazu berufen Menschen zur Umkehr zu rufen (vgl. 2Kor 5,20). Den Menschen zu sagen, dass sie für ihr Leben eines Tages Rechenschaft abgeben müssen und ewiges Leben nur durch Jesus zu bekommen ist, wird nicht gerade gerne gehört. Wir dürfen es aber nicht verschweigen. Wir haben eine gute Nachricht (1Petr 2,24f)!