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Exodus 4,18-6,30

 

4,18 Mose ging hin und kam wieder zu Jitro, seinem Schwiegervater, und sprach zu ihm: Lass mich doch gehen, dass ich wieder zu meinen Brüdern komme, die in Ägypten sind, und sehe, ob sie noch leben. Jitro sprach zu ihm: Geh hin mit Frieden. 4,19 Auch sprach der HERR zu Mose in Midian: Geh hin und zieh wieder nach Ägypten, denn die Leute sind tot, die dir nach dem Leben trachteten. 4,20 So nahm denn Mose seine Frau und seinen Sohn und setzte sie auf einen Esel und zog wieder nach Ägyptenland und nahm den Stab Gottes in seine Hand. 4,21 Und der HERR sprach zu Mose: Sieh zu, wenn du wieder nach Ägypten kommst, dass du alle die Wunder tust vor dem Pharao, die ich in deine Hand gegeben habe. Ich aber will sein Herz verstocken, dass er das Volk nicht ziehen lassen wird. 4,22 Und du sollst zu ihm sagen: So spricht der HERR: Israel ist mein erstgeborener Sohn; 4,23 und ich gebiete dir, dass du meinen Sohn ziehen lässt, dass er mir diene. Wirst du dich weigern, so will ich deinen erstgeborenen Sohn töten. 4,24 Und als Mose unterwegs in der Herberge war, kam ihm der HERR entgegen und wollte ihn töten. 4,25 Da nahm Zippora einen scharfen Stein und beschnitt ihrem Sohn die Vorhaut und berührte damit seine Scham und sprach: Du bist mir ein Blutbräutigam.

[…]

 5,6 Darum befahl der Pharao am selben Tage den Vögten des Volks und ihren Aufsehern und sprach: 5,7 Ihr sollt dem Volk nicht mehr Häcksel geben, dass sie Ziegel machen, wie bisher; lasst sie selbst hingehen und Stroh dafür zusammenlesen. 5,8 Aber die Zahl der Ziegel, die sie bisher gemacht haben, sollt ihr ihnen gleichwohl auferlegen und nichts davon ablassen, denn sie gehen müßig; darum schreien sie und sprechen: Wir wollen hinziehen und unserm Gott opfern. 5,9 Man drücke die Leute mit Arbeit, dass sie zu schaffen haben und sich nicht um falsche Reden kümmern.

 […]

 6,1 Da sprach der HERR zu Mose: Nun sollst du sehen, was ich dem Pharao antun werde; denn durch eine starke Hand gezwungen, muss er sie ziehen lassen, ja er muss sie, durch eine starke Hand gezwungen, aus seinem Lande treiben. 6,2 Und Gott redete mit Mose und sprach zu ihm: Ich bin der HERR 6,3 und bin erschienen Abraham, Isaak und Jakob als der allmächtige Gott, aber mit meinem Namen »HERR« habe ich mich ihnen nicht offenbart. 6,4 Auch habe ich meinen Bund mit ihnen aufgerichtet, dass ich ihnen geben will das Land Kanaan, das Land, in dem sie Fremdlinge gewesen sind. 6,5 Auch habe ich gehört die Wehklage der Israeliten, die die Ägypter mit Frondienst beschweren, und habe an meinen Bund gedacht. 6,6 Darum sage den Israeliten: Ich bin der HERR und will euch wegführen von den Lasten, die euch die Ägypter auflegen, und will euch erretten von eurem Frondienst und will euch erlösen mit ausgerecktem Arm und durch große Gerichte; 6,7 ich will euch annehmen zu meinem Volk und will euer Gott sein, dass ihr’s erfahren sollt, dass ich der HERR bin, euer Gott, der euch wegführt von den Lasten, die euch die Ägypter auflegen, 6,8 und euch bringt in das Land, um dessentwillen ich meine Hand zum Schwur erhoben habe, dass ich’s geben will Abraham, Isaak und Jakob; das will ich euch zu Eigen geben, ich, der HERR. 6,9 Mose sagte das den Israeliten; aber sie hörten nicht auf ihn vor Kleinmut und harter Arbeit. (LUT84)

Situation

Hier beginnt für Mose ein ganz neuer Lebensabschnitt. Mose ist bereits 80 Jahre alt und hat damit genau 2/3 seines Lebens hinter sich. Die verbachte er mit Vorbereitung für seine große Aufgabe.

Nach Moses Berufung und Ausrüstung mit Zeichen und Wunderkraft bekommt Mose noch die Zusage, Aaron als Sprecher an seine Seite gestellt zu bekommen. In Absprache mit seinem Schwiegervater verlässt er Midian in Richtung Ägypten.

Erklärungen zum Text

In 2. Mose 4,21 wird Gottes Souveränität klar herausgestellt. Gott ist der alleinige Herrscher über sein Volk. Gottes Plan ist von Beginn an, dass die Ägypter und das Volk Israel seine Macht sehen. Sein Volk wird über Generation hinweg von diesen Taten berichten. Aufgrund dieser Verhärtung kommt es zu den Wundern.

4,24-26 ist schwierig zu verstehen. Wie kann es sein, dass Gott seinen berufenen und ausgerüsteten Diener so hart anpackt? Bitte vergleiche dazu 1.Mose 17,14. Gottes Bund mit Abram zählt auch für Mose. Das folgende Diagramm zeigt, die Abstammungslinie von Abraham bis Mose.

In 2. Mose 5,9 bezeichnet der Pharao die Rede Gottes durch Mose als „falsche Rede/ trügerische Rede“. Mose ist von Gott beauftragt und gibt genau das wieder, was ihm aufgetragen wurde. Es wird nicht die Rede von Mose sondern von Gott als falsch hingestellt.

Die Ziegelherstellung war eine harte Arbeit die fast immer von Sklaven gemacht wurde. Durch das treten des Nilschlamms mit den nackten Füßen wurde Stroh untergemischt. Diese Mischung kam in Holzkästen zum trocken und danach wurden diese Rohziegel gebrannt (vgl. Nahum 3,14).

Immer wieder sprach Gott zu Mose, wenn er verzweifelt war. Gott richtete ihn auf und bestätigte seinen Dienst. Doch das heißt nicht, dass das Volk oder der Pharao oder die israelitischen Aufseher ihm dann folgten.

Der Abschnitt 2. Mose 6,1-9 ist ein kleines Kunstwerk welches mit „Ich bin der HERR“ eingerahmt wird, ein sogenanntes Inclusio. Das ist die Grundlage für alles Handeln.

Auffällig ist in diesem Abschnitt dabei Gottes wiederholtes „Ich will / ich werde“. Es ist Gottes Absicht ans Ziel zu kommen.

Fragen zum Text

  • Was können wir an der Strenge Gottes mit Mose (2. Mose 4,24f) für unser Leben lernen? Wo reagiert Gott im Neuen Testament ähnlich?
  • Was können wir vorbildhaft von Zippora lernen? Vergleiche dazu auch noch Titus 2,4.
  • Für Menschen, die Gott anbeten wollen, kann es hart werden. Gibt es das heute nur in Fernen islamischen Ländern? Wo liegen bei uns die Herausforderungen?
  • Was ist der Zusammenhang zwischen 2. Mose 5,9 und 1.Korinther 1,18 – was bedeutet das für uns heute?
  • Bitte liste alle sieben „ich will“ Punkte von 2. Mose 6, 6-9 auf. Übertrage sie auf dein geistliches Leben.

Richtungswechsel

Vertraue dich in allen Lebenssituationen völlig Gott an. Egal welchen Druck die Menschen um dich herum aufbauen. Sieh weg von den Menschen hin auf Gott, er führt ins „verheißene Land“.