Geistliche Waffenrüstung

Epheser 6,10-20

 

10 Zuletzt: Seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. 11 Zieht an die Waffenrüstung Gottes, damit ihr bestehen könnt gegen die listigen Anschläge des Teufels. 12 Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. 13 Deshalb ergreift die Waffenrüstung Gottes, damit ihr an dem bösen Tag Widerstand leisten und alles überwinden und das Feld behalten könnt. 14 So steht nun fest, umgürtet an euren Lenden mit Wahrheit und angetan mit dem Panzer der Gerechtigkeit 15 und an den Beinen gestiefelt, bereit einzutreten für das Evangelium des Friedens. 16 Vor allen Dingen aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr auslöschen könnt alle feurigen Pfeile des Bösen, 17 und nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. 18 Betet allezeit mit Bitten und Flehen im Geist und wacht dazu mit aller Beharrlichkeit im Gebet für alle Heiligen 19 und für mich, dass mir das Wort gegeben werde, wenn ich meinen Mund auftue, freimütig das Geheimnis des Evangeliums zu verkündigen, 20 dessen Bote ich bin in Ketten, dass ich mit Freimut davon rede, wie ich es muss. (LUT84)

Situation

Der Epheserbrief ist ein weiterer der Gefangenschaftsbriefe. Zwei Mal deutet Paulus an, dass er sich im Gefängnis befindet (3,1; 4,1). Obwohl es nicht ausdrücklich gesagt wird, wird allgemeinhin angenommen, dass der Brief Anfang der 60er Jahre in Rom entstanden ist. Der letzte Aufenthalt in Ephesus (Apg 19), und auch die Verabschiedung von den Ältesten aus Ephesus kurze Zeit später (20,17-38) lagen also vermutlich bereits etwa 5 Jahre zurück.

Kurze Erklärung zum Text

Paulus erlebte ohne Zweifel äußere Bedrängnis und Einschränkung. In erster Linie waren es aber nicht diese, die das Reich Gottes bedrohten (Phil 1,12ff). Die eigentliche Gefahr war eine andere. Von dieser schrieb er in den vorliegenden Versen ausdrücklich.

Während seiner Missionsreisen machte Paulus mehrmals Begegnung mit römischen Soldaten. Auch zum Zeitpunkt der Abfassung des Briefs dürfte das der Fall gewesen sein. In Rom durfte er zwar in seiner eigenen Mietwohnung wohnen (Apg 28,30), wartete aber auf seinen Prozess und wurde sicher überwacht. Die Waffenrüstung als Beispiel für den geistlichen Kampf zu nehmen könnte sehr naheliegend gewesen sein. Im Hintergrund steht aber besonders der Prophet Jesaja, der die Waffenrüstung Gottes und des kommenden Messias beschrieb (11,4f; 49,2; 52,7; 59,17). Gott ist es auch, der dem Christen seine Waffenrüstung bereit stellt.

Fragen zum Text

  • Wenn man in Apg 19 über die Anfänge der Gemeinde in Ephesus liest, merkt man, dass die Epheser etwas von der geistlichen Welt wussten. In unserer westlichen materialistisch denkenden Welt ist das kaum ein Thema. Der geistliche Kampf ist aber real. Wie können wir als Christen uns das täglich bewusst machen?
  • Wie würdest du den geistlichen Kampf beschreiben? Bildhaft schreibt Paulus z.B. von den feurigen Pfeilen des Bösen (6,16). Wie erlebt ihr solche Angriffe und wie kann man sie überwinden?
  • Wie können die einzelnen Aspekte der Waffenrüstung uns in unserem geistlichen Kampf helfen?
  • Direkt im Anschluss an die geistliche Waffenrüstung schreibt Paulus vom Gebet (6,18-20). Führt Paulus seinen Gedankengang deiner Meinung nach hiermit fort, oder fängt er ein neues Thema an? Welche Rolle spielt das Gebet im geistlichen Kampf?

Richtungswechsel

Das geistliche Leben ist ein Kampf und wir sollten darauf vorbereitet sein (1Pt 4,12; 5,8). Wer blind und ohne Vorbereitung in den Tag hineingeht, ist wird spätestens am Ende des Tages ernüchtert sein. „Wachet und betet, damit ihr nicht in Anfechtung fallt“ (Mt 26,41).

Der Bibeltext benutzt aktive Worte, wenn es um unseren Teil im geistlichen Kampf geht. „seid stark“,  „zieht an“, „ergreift“, „steht fest“… Das Gute bei alledem ist, dass wir nicht auf unsere Kraft vertrauen müssen. Unsere Kraft besteht „in der Macht seiner Stärke“ und es ist „die Waffenrüstung Gottes“, die uns zur Verfügung steht. In unserem täglichen Kampf dürfen wir Gott um Kraft und Gnade bitten. Das sollte am Beginn und am Ende jedes Tages stehen.