Petrus – vom Fischer zum Felsen

Lukas 5,1-11

 

1 Es begab sich aber, als sich die Menge zu ihm drängte, um das Wort Gottes zu hören, da stand er am See Genezareth 2 und sah zwei Boote am Ufer liegen; die Fischer aber waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. 3 Da stieg er in eines der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren. Und er setzte sich und lehrte die Menge vom Boot aus. 4 Und als er aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon: Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus! 5 Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich die Netze auswerfen. 6 Und als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische und ihre Netze begannen zu reißen. 7 Und sie winkten ihren Gefährten, die im andern Boot waren, sie sollten kommen und mit ihnen ziehen. Und sie kamen und füllten beide Boote voll, sodass sie fast sanken. 8 Als das Simon Petrus sah, fiel er Jesus zu Füßen und sprach: Herr, geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch. 9 Denn ein Schrecken hatte ihn erfasst und alle, die bei ihm waren, über diesen Fang, den sie miteinander getan hatten, 10 ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, Simons Gefährten. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen. 11 Und sie brachten die Boote ans Land und verließen alles und folgten ihm nach.  (Lu84)

Situation

Petrus ist zunächst ein am Geschehen ziemlich unbeteiligter Fischer, der seiner täglichen Arbeit nachgeht. Was Jesus den Leuten erzählt, hat Petrus vermutlich nur nebenbei mitbekommen. Dann führt eine zunächst harmlos erscheinende Bitte Jesu zu einer gewaltigen Erkenntnis und schließlich zur entscheidenden Wende in seinem Leben.

Kurze Erklärung zur Person des Petrus

Die Situation, in der Petrus auf Jesus aufmerksam wird und wie er reagiert, ist für sein bewegtes Leben beispielhaft. Petrus ist ein impulsiver Mann, der im Verlauf seines Lebens und speziell in der Nachfolge Jesu dramatische Höhen (Mk 8,29; Mt 17,1ff; Joh 21,17; Apg 4,13ff; Apg 10,34) und Tiefen (Lk 22,54ff; Mt 16,23; Gal 2,11ff u.a.) erlebt.

Sein ursprünglicher Name ist Simon, Bruder des Andreas (Mt 10,2) und Sohn des Johannes (Joh 1,42). Petrus (griechisch) oder Kephas (aramäisch) bedeutet „Fels“. Diesen Namen bekam er von Jesus selbst (Mk 3,16; Lk 6,14; Joh 1,42)! Der Name bekommt zunehmend Bedeutung, weil das Leben mit Jesus aus einem „windigen Typen“ einen gereiften Apostel werden lässt. So wird aus dem Namen eine Bestimmung (Mt 16,18) wie diejenige „Menschenfischer“ zu werden! Petrus war als Apostel und Bischof (Hirte der Gemeinde) verheiratet (Mt 8,14). Theoretisch hätte er auch verwitwet sein können. 1.Kor 9,5  weist jedoch auf seine Ehe während der Jüngerschaft und während seines Apostelamtes hin). Petrus erleidet später in Rom den Märtyrertod (Hinweis in Joh 21,18f).

Fragen zum Text

  1. Was ist die Situation am See, wie sieht es zunächst mit dem Interesse des Petrus an der Rede Jesu aus?
  2.  Zwischen Skepsis und Vertrauen – was ist die Stärke von Petrus in dieser Situation? Trotz seiner Erfahrung als Fischer ist er gehorsam und tut das scheinbar Sinnlose.
  3. Petrus hatte in der Nacht zuvor nichts gefangen (Vers 5)! Was geht ihm wohl durch den Kopf, als er nun den Superfang zu ungewöhnlicher Tageszeit macht (Vers 9)?
  4. Wie steht es heute mit der Erkenntnis: „ich bin ein sündiger Mensch“? Wie sehr erschüttert mich diese Feststellung? (Dazu auch: Eph 2,1-13 u. Gal 4,3-7 lesen)

Richtungswechsel

Die beiden Petrusbriefe kann man als Vermächtnis des Petrus verstehen, die seine geistliche Reifung in der Nachfolge Jesu widerspiegeln. Jesus liebt und fördert Menschen trotz ihrer Schwächen und Unfähigkeiten. Petrus ist dafür ein eindrückliches Beispiel.Was sich schon bei seiner Berufung am See Genezareth andeutet, durchzieht seine ganze Lebensgeschichte. Tiefes Vertrauen, die Liebe zu Jesus, die Festigkeit seines Glaubens, die auf den Tatsachen des Erlebten beruht und die damit verbundene Leidensbereitschaft machen ihn trotz mancher Niederlagen zum Vorbild. Lass dich von Petrus inspirieren, dich Jesus kompromisslos anzuvertrauen. Das wird dein Leben ungeheuer bereichern!