Jesus als Vorbild für den Umgang mit Leid

1. Petrus 3,18-4,5

 

18 Denn auch Christus hat „einmal“ für die Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er euch zu Gott führte, und ist getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist. 19 In ihm ist er auch hingegangen und hat gepredigt den Geistern im Gefängnis, 20 die einst ungehorsam waren, als Gott harrte und Geduld hatte zur Zeit Noahs, als man die Arche baute, in der wenige, nämlich acht Seelen, gerettet wurden durchs Wasser hindurch. 21 Das ist ein Vorbild der Taufe, die jetzt auch euch rettet. Denn in ihr wird nicht der Schmutz vom Leib abgewaschen, sondern wir bitten Gott um ein gutes Gewissen, durch die Auferstehung Jesu Christi, 22 welcher ist zur Rechten Gottes, aufgefahren gen Himmel, und es sind ihm untertan die Engel und die Gewaltigen und die Mächte. 1 Weil nun Christus im Fleisch gelitten hat, so wappnet euch auch mit demselben Sinn; denn wer im Fleisch gelitten hat, der hat aufgehört mit der Sünde, 2 dass er hinfort die noch übrige Zeit im Fleisch nicht den Begierden der Menschen, sondern dem Willen Gottes lebe. 3 Denn es ist genug, dass ihr die vergangene Zeit zugebracht habt nach heidnischem Willen, als ihr ein Leben führtet in Ausschweifung, Begierden, Trunkenheit, Fresserei, Sauferei und gräulichem Götzendienst. 4 Das befremdet sie, dass ihr euch nicht mehr mit ihnen stürzt in dasselbe wüste, unordentliche Treiben, und sie lästern; 5 aber sie werden Rechenschaft geben müssen dem, der bereit ist, zu richten die Lebenden und die Toten. (LUT84)

Kontext

Der vorliegende Text birgt viele Rätsel. Wenn man ihn aber in seinem Kontext liest  wird die Grundbotschaft klar. Die Christen in Kleinasien litten Verfolgung und Petrus hatte sie bereits aufgerufen positiv darauf zu reagieren. Sie sollten Böses mit Gutem vergelten (3,9), sich nicht fürchten (3,14), nah bei Jesus bleiben und ein Zeugnis für die Welt sein (3,15). Der Text ist sozusagen eine Erklärung zu 3,17: „Es ist besser, wenn es Gottes Wille ist, dass ihr um guter Taten willen leidet als um böser Taten willen.“ Petrus zeigt ihnen warum.

Erklärung zum Text

Martin Luther sagte über diese Verse: „Das ist ein wunderlicher Text und ein finsterer Spruch, so nur einer im neuen Testament ist, dass ich nicht genau weiß, was St. Peter meint.“ Die Verse 3,19 und 4,6 sind besonders kontrovers diskutiert worden. Damit wollen wir uns deshalb im folgenden Blog-Beitrag gesondert auseinandersetzen.

Im ersten Jahrhundert gab es im römischen Reich Veranstaltungen, von denen Christen sich fernhielten. Sie konnten die brutalen Gladiatorenkämpfe oder die freizügigen Theaterstücke nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren. Aber auch die Verhaltensweisen die Petrus in 4,3 aufzählte gehören dazu.

Fragen zum Text

  • Jesus hat für die Sünden gelitten und sie überwunden (3,18). Er ist Sieger und alle Gewalten und Mächte sind ihm Untertan (3,22). Wenn wir leiden weil wir Gutes tun, stehen wir trotzdem auf der Seite des Siegers. Wie kann uns das motivieren?
  • Niemand wird durch ein gutes Leben errettet. Wie schon in der Zeit Noahs (3,20), so ist unser Verhalten aber auch heute oft ein Indikator dafür, wie es mit unserem Verhältnis zu Gott aussieht. Wie machte sich der Ungehorsam der Menschen  bei Noah bemerkbar (vgl. Mt 24,37-39)? Wie heute?
  • Mit Christus zu leben heißt der Sünde gestorben sein (4,1f; vgl. Röm 6,2.6). Was meint Petrus damit? Wie kann uns das Bewusstsein dafür in unserem täglichen Leben als Christ helfen?
  • Die Christen, an die Petrus schreibt, wurden in ihrem Umfeld als Fremdkörper wahrgenommen. In wie weit unterscheiden wir uns von unserem Umfeld oder von unserer Vergangenheit (4,3f)? Habt ihr Befremdung erlebt? Wie reagiert ihr darauf?

Richtungswechsel

So wie Jesus mit Leid und Bedrängnis umgegangen ist, so sollen auch wir damit umgehen. Wir sollen die gleiche Gesinnung (vgl. Phil 2,5) und die gleiche Entschlossenheit haben (4,1). Wenn wir unter Druck standhalten werden wir auch in unserem Glauben gestärkt. Wo bist du hier herausgefordert?

Als Christen sind wir zwar Teil unserer Gesellschaft, aber wir unterscheiden uns ganz wesentlich (Joh 17,16). Unser Bürgerrecht ist im Himmel (Phil 3,20). Wenn wir mit unserem Christsein nicht auffallen, stimmt etwas nicht (4,4). Denke darüber nach in welchen Bereichen du dich möglicherweise zu sehr angepasst hast und bitte Gott darum, dass du Salz und Licht für die Welt sein darfst (vgl. Mt 5,13-16).