Wenn schon stolz sein, dann auf Jesus!

1. Korinther 1,26–31

26 Seht doch, liebe Brüder, auf eure Berufung. Nicht viele Weise nach dem Fleisch, nicht viele Mächtige, nicht viele Angesehene sind berufen. 27 Sondern was töricht ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er die Weisen zuschanden mache; und was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er zuschanden mache, was stark ist; 28 und das Geringe vor der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt, das, was nichts ist, damit er zunichte mache, was etwas ist, 29 damit sich kein Mensch vor Gott rühme. 30 Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht ist zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung, 31 damit, wie geschrieben steht (Jeremia 9,22-23): »Wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn!« (Luther 1984)

Situation

Siehe Erklärung zu 1. Korinther 1, 18-25. Paulus möchte verhindern, dass die Unterschiedlichkeit der Gemeindeglieder zur Spaltung der Gemeinde führt (1. Korinther 1, 10).

Erklärung zum Text

V26: „Seht auf eure Berufung“: Die Gemeinde hat sich nicht selbst gebildet. Da waren nicht einige Leute, die sich Freunde ausgesucht und damit eine Gemeinde gebildet haben. Nein. Gemeinde ist keine abgeschottete Wohlfühlgruppe. Gott hat die Leute in die Gemeinde berufen. Das ist Paulus wichtig. Das schreibt er schon im Vers 2 des Kapitels als Anrede am Anfang des Briefes: „an die Gemeinde Gottes in Korinth, an die Geheiligten in Christus Jesus, die berufenen Heiligen …“

V 26 – 28: „nach dem Fleisch“, „vor der Welt“. Das heißt, das ist keine objektive Beurteilung, sondern das ist eine Klassifizierung, die die Gesellschaft trifft: wer ist angesagt, wer nicht? Diese Klassifizierung kann sich ändern. Man denke an Wissenschaftler wie Kopernikus und Galilei oder an die bisher Mächtigen in den Staaten des arabischen Frühlings.

V 30: Gott macht seine Leute heilig. Die, die schwach sind, macht er heil, gesund. Er erlöst sie. Sie gehören zu ihm. Seine Weisheit ist eine andere Weisheit als unsere. Sie hat mit dem Kreuz zu tun. Sie ist stark genug um sich diese Erniedrigung zuzumuten und sie auszuhalten. Weisheit Gottes ohne Liebe Gottes geht nicht! Für Gott sind wir trotz unserer Schwächen und Fehler so lebenswert, dass Jesus für uns in den Tod ging. Ein größeres Zeichen für Wertschätzung und Liebe kann niemand setzen (vgl. Röm 5,8-11)! Damit ist die entscheidende Zielrichtung für die Gemeinde vorgegeben.

Fragen zum Text

  1. Wie stelle ich mir eine ideale Gemeinde vor?
  2. Dürfen wir als Christen nichts Positives darstellen? Intelligent sein, reich, hübsch, erfolgreich, beliebt, begehrt?
  3. Kann ein Weiser, ein Starker, ein Vornehmer nicht zur Gemeinde gehören, nicht zu Gott kommen?
  4. Was bedeutet es für mein Leben, dass ich heilig bin?
  5. Was heißt „sich des Herrn rühmen“ konkret für uns heute?

Richtungswechsel

Gott hat andere Maßstäbe als wir. Seine Kategorie heißt „heilig“ (1. Korinther 1,2). Er hat die Gemeinde berufen. Nicht wir haben sie uns zusammengesucht. Gott macht uns zu etwas besonderem, er macht uns heilig. Nicht wir selbst müssen das leisten.

Wer hier in dieser Gesellschaft wenig darstellt und sich schwach fühlt, kann genauso dazugehören, wie jemand, der reich, mächtig und angesehen ist – wenn er selbst weiß, dass das vor Gott nicht der Maßstab ist (siehe z.B. der Hauptmann von Kapernaum in Matthäus 8, 5-13)

Wir dürfen und sollen uns rühmen. Unser Ruhm ist nicht, dass wir von Menschen angesehen sind. Unser Ruhm ist, dass wir von Gott geliebt sind. Er macht keine Unterschiede. Er wendet sich nicht ab, wenn es ihm zu viel wird. Er lässt uns nicht fallen, wenn wir nicht seinem Anspruch gerecht werden.

Die Frage ist: Stehen wir dazu, dass wir zu Gott gehören? Verschweigen wir es lieber?