10 Dinge die helfen, Leid zu verstehen

1. Leiden ist eine Folge des Sündenfalls

Gott hatte Adam und Eva gewarnt, die verbotene Frucht im Garten Eden zu essen, weil die Folge der Tod sein würde (1. Mose 2,1ff). Dies wird im neuen Testament im Römerbrief bestätigt: „Durch einen einzigen Menschen ist die Sünde in die Welt gekommen und mit der Sünde der Tod. Und so ist der Tod zu allen Menschen hingekommen. Infolgedessen haben auch alle gesündigt“ (Römer 5,12). Der Tod und seine Begleiterscheinungen Schmerz und Leid sind die Folge des Sündenfalls und der kontinuierlichen Sünde der Menschheit. Solange diese Erde und der Mensch existieren werden gehört Leid zu unserem Alltag. Jedoch Schmerzen, Leiden und der Tod sind an und für sich nicht gut.

2. Gott kann Leid zum Guten wenden

Gott sei Dank gibt es die gute Nachricht, die Paulus sehr gut in Römer 8 beschreibt. Dort finden wir auch die tolle Zusage: „Und wir wissen, dass für die, die Gott lieben und nach seinem Willen zu ihm gehören, alles zum Guten führt“ (Röm 8,28). Alles beinhaltet auch Leid. Gott sagt uns aber nicht, dass Schmerzen und Leid gut sind, aber er kann diese nutzen, um auf übernatürliche und wundersame Weise alles für uns zum Guten zu wenden.

Einer dieser Wege kann sein, dass Gott Schmerz zulässt, um uns wachzurütteln oder um uns näher zu ihm zu bringen. Unsere Tendenz ist es jedoch in Zeiten der Anfechtung von Gott weg zu laufen. Wir werden auf Gott sauer oder vergöttern und sehnen uns nach weltlichen Komfort. Charles Spurgeon sagte einmal um uns zu ermutigen trotz unser Schmerzen auf Gott zu blicken: „Ich habe gelernt, die Welle zu küssen, die mich gegen den Felsen der Zeitalter wirft“. Wir müssen anfangen zu realisieren, dass Gott immer in Kontrolle aller unser Umstände ist … und Gott ist gut (Psalm 199,68). Dies ist eine Eigenschaft die sich nie ändern wird (Maleachi 3,6). Wir müssen daher unsere Augen öffnen und in unseren Umständen sehen, dass Gott es gut mit uns meint.

3. Wir können nicht immer sehen was Gott während einer Leidenszeit bewirkt

Augustinus erkannte bereits im 4.Jh: „Würdest du ihn begreifen, es wäre nicht Gott.“ Wir können mit unserem Verstand nur ansatzweise Gottes Intensionen, Kreativität und Weisheit verstehen. Wer könnte Gott beraten oder seine Arbeit kritisieren? Gott hat alles und jeden für einen bestimmten Zweck geschaffen. In Einklang mit Gott können wir diesen Zweck auch erfüllen. Wir können darauf vertrauen, dass Gott immer mehr tut, als wir ergründen können.

4. Gott benutzt Leid um uns in Christus zu reifen

Jakobus schreibt in seinem Brief: „Haltet es für reine Freude, meine Geschwister, wenn ihr in verschiedener Weise auf die Probe gestellt werdet. Ihr wisst ja, dass ihr durch solche Bewährungsproben für euren Glauben Standhaftigkeit erlangt“ (Jak. 1,2+3). Prüfungen können als Freude angesehen werden, weil Gott unseren Glauben bewahrt. Er macht uns Christus ähnlicher, und das ist immer ein Gewinn.

5. Prüfungen durchzustehen ermöglicht es uns mit anderen mitzufühlen

Durch eigene Leidenszeiten lernen wir Einfühlungsvermögen.

„Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus. Er ist ein Vater von unendlichem Erbarmen und ein Gott voller Trost. In allem Druck, unter dem wir stehen, ermutigt er uns, damit wir unsererseits die ermutigen können, die irgendwie bedrückt werden. Weil Gott uns getröstet und ermutigt hat, können wir andere trösten und ermutigen.“ (1. Kor 1,3+4). Die besten Leidensträger sind diejenigen, die jemanden gebraucht haben, um ihre Lasten in der Vergangenheit zu tragen.

6. Leiden eröffnet Möglichkeiten des Dienstes, von denen du nie geträumt hast

Samuel Koch ist eines der herausragenden Beispiele für Gottes Plan. Als Junger Athlet hätte er wahrscheinlich nie die Möglichkeit gehabt Menschen mit schweren körperlichen für Gott zu erreichen. Sein Tragischer Unfall bei „Wetten Dass?“ war nicht das Ende seiner Berufung, sondern erst der Anfang. Als Querschnittsgelähmter Mann kann Gott durch ihn unheimlich viele Menschen in ihrer Leidenszeit erreichen und ermutigen nach vorne zu schauen.  Während seines Krankenhausaufenthaltes hat seine Geschichte viele Patienten und deren Angehörige ermutigt und neue Hoffnung gegeben. Für viele mag das unnötig und grausam zu sein, doch Gott steht über den Dingen und sieht das große gesamt Bild. Gott ist in den Schwachen mächtig und kann gerade solche gebrauchen die in den Augen der Gesellschaft schwach sind und vermeintlich gescheitert sind im Leben.

Denn wer sich selbst erhöht, wird von Gott erniedrigt werden, wer sich aber selbst geringachtet, wird von Gott erhöht werden. Matthäus 22,12 

7. Gott bewegt durch und nicht trotz Schwachheit und Leid

Das Ziel von Christen ist es nicht den Schmerz und das Leiden in diesem Leid endgültig zu beseitigen. Jedoch ist es Gottes Ziel in Leidenszeiten in dir und durch dich zu arbeiten. Paulus hatte einen Stachel im Fleisch und fragte Gott mehrmals ihn zu entfernen, aber er blieb (2.Kor. 12,7-10). Man könnte sich fragen ob Paulus‘ fantastischer Dienst entstanden wäre, wenn Paulus nicht diese Schwäche gehabt hätte. Aber Gott gebrauchte Paulus nicht trotz des Leids, sondern durch die Leiderfahrung. Gott bewegt Dinge nicht trotz unserer Schwachheit, sondern durch unsere Schwachheit. Schwachheit ist für Gott ein Weg Dinge in dieser Welt zu bewegen und zu verändern.

8. Unsere irdische Sichtweise auf die Dauer der Leidenszeit ist anders aus Gottes Perspektive

Noah arbeitete Jahrzehnte hart an der Arche und wartete auf die Flut. Abraham und Sarah mussten viele Jahre auf ihr ersehntes Kind warten. Joseph war jahrelang im Gefängnis. Mose musste mit den störrischen Israeliten 40 Jahre durch die Wüste wandern. Hanna flehte beständig für ein Kind. David musste 13 Jahre vor dem verrückten König Saul in die Wildnis fliehen. Jeremia der „weinende Prophet“ predigte Gericht für etliche Jahrzehnte und sah kein Ergebnis. Paul war ständig im Gefängnis. 2. Korinther 2,17+18 gibt uns eine gesunde Sichtweise auf Prüfungszeiten: Denn die kleine Last unserer gegenwärtigen Not schafft uns ein unermessliches ewiges Gewicht an Herrlichkeit – uns, die nicht auf das Sichtbare starren, sondern nach dem Unsichtbaren Ausschau halten. Denn alles, was wir jetzt sehen, vergeht nach kurzer Zeit. Das Unsichtbare aber hat ewig Bestand.“

Unsere Leidenszeiten erscheinen uns unheimlich lang, doch im Vergleich zur Ewigkeit die auf uns waret ist diese Zeit sehr kurz. Versuche daher Gottes Sichtweise auf dein Leiden zu bekommen. Er trägt dich durch alle schwere Zeiten

9. Leiden kann uns zurück in Gemeinschaft treiben

Einige Christen suchen auf Grund von Leid oder Problemen wieder mehr Kontakt zu Glaubensgemeinschaften auf der Suche nach Hilfe, Ermutigung oder Gebet. Obwohl nach Hilfe suchen für viele demütigend ist, ermöglicht es doch neue Freunde zu finden. Wenn man dann gemeinsam die Leidenszeit durchstanden hat ist man Rückblickend Dankbar für alle Besuche, Anrufe, Nachrichten und Ermutigungen vieler Art. Wenn wir dem Drang widerstehen, uns selbst zu isolieren, segnet uns Gott mit liebender Gemeinschaft.

10. Christus hat die einzige Lösung für Leid

Alle Religionen haben einen unzureichenden Ansatz wie man mit Leiden und Schmerzen umgehen kann oder Lösungen schaffen kann. Einige zeigen Wege der Realität des Schmerzes zu entfliehen. Andere lehren Wege die Götter zu beschwichtigen. Wieder andere preisen ihre Philosophien an oder fokussieren sich auf die Werke um ins Paradies zu kommen, einem Ort ohne Leiden und Schmerzen. Ja auch Christen glauben an einen Himmel ohne Leid.

Aber nur Jesus Christus bietet uns wahre Hoffnung für unsere Schmerzen an. Leiden und Tod sind für uns alle unvermeidlich, aber wir können Hoffnung haben, weil uns jemand in den Tod vorausgegangen ist. Jesus Christus, wahrhaftiger Gott und wahrer Mensch, lebte an unserer Stelle ein sündloses Leben. Er wurde mit allen Arten von Versuchungen und Prüfungen konfrontiert – Verrat von denen, die ihm am nächsten standen, Spott, emotionaler Schmerz, körperlicher Qual und vor allem Urteil Gottes, des Vaters, über die Sünde der Menschen.Als Jesus am Kreuz hing und die Last der Sünden alle Menschen trug, sah er sich nicht nur dem denkbar schlimmsten irdischen Tod (der nur den schlimmsten Verbrechern vorbehalten war) gegenüber, sondern er sah sich dem überfließenden Kelch des Zorns Gottes gegenüber. Aber die Geschichte endet nicht mit dem Tod Jesu.

Drei Tage später ging er aus seinem Grab; Jesus war von den Toten auferstanden. Die Auferstehung Christi bedeutet, dass unser Schmerz und unsere Prüfungen und sogar unser Tod nicht das Ende der Geschichte sind.

Er hat keine Sünde begangen, und kein unwahres Wort ist je über seine Lippen gekommen. Er wurde beleidigt und schimpfte nicht zurück, er litt und drohte nicht mit Vergeltung, sondern überließ seine Sache dem, der gerecht richtet. In seinem Körper hat er unsere Sünden auf das Holz hinaufgetragen, damit wir – für die Sünden gestorben – nun so leben, wie es vor Gott recht ist. Durch seine Striemen seid ihr heil geworden. 1. Petrus 2,22-24

Jesus ist zum Vater in den Himmel zurückgekehrt und lebt. Er fühlt mit unseren Leiden und Schmerzen, weil er als Mensch alles bereits erlebt hat (Hebräer 4,15). Wir können mit unseren Anliegen jederzeit zu Jesus kommen. Er gibt uns nicht nur Trost, sondern sendet uns den Heiligen Geist, den Tröster in Person (Johannes 15,26)

Ich bin aber davon überzeugt, dass unsere jetzigen Leiden bedeutungslos sind im Vergleich zu der Herrlichkeit, die er uns später schenken wird. Denn die ganze Schöpfung wartet sehnsüchtig auf jenen Tag, an dem Gott offenbar machen wird, wer wirklich zu seinen Kindern gehört. Alles auf Erden wurde der Vergänglichkeit unterworfen. Dies geschah gegen ihren Willen durch den, der sie unterworfen hat. Aber die ganze Schöpfung hofft auf den Tag, an dem sie von Tod und Vergänglichkeit befreit wird zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Römer 8,18-21

Dr. Jonathan Bank

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