Kontrast

Ein Sonnenaufgang über den Gipfeln der Churfirsten, aufgenommen an einem Tag mit bester Fernsicht aus dem Schwarzwald. Hell und Dunkel liegen eng beieinander und dieser Kontrast sieht auf einem Foto gut aus. Die aufgehende Sonne erinnert außerdem an einen bekannten Bibelvers: „Die Gott, den Herrn, lieb haben, sollen sein, wie die Sonne aufgeht in ihrer Pracht“ (Ri 5,31). Das singt die Richterin Debora in ihrem Siegeslied. Allerdings verheißt sie den Feinden Gottes gar nichts Gutes, nämlich den Tod. Was für ein Kontrast! Schade um den schönen Bibeltext, mag man denken. Ist das nicht zu brutal und schwarz-weiß gedacht? Wer Gott liebt, steht aber damit im Kontrast zu denjenigen, die sich zu seinen Gegnern zählen. Gottesliebe und Gottesfeindschaft sind wie Tag und Nacht. Aber haben Gottes Feinde wirklich Grund, ihn und damit den Tod durch ihn zu fürchten? Passt das zu seiner Liebe? Kann Gott diejenigen, die sich gegen ihn stellen, nicht einfach ignorieren? Wozu muss er sie am Ende unbedingt hinrichten? Ja, wenn es sein Recht verlangt! Ja, wenn er als Richter ernst genommen werden will. Um sich in diesem Zusammenhang Gottes Gerichtsurteil nicht einmal persönlich stellen zu müssen, ist es das Beste, ihn zum Freund zu haben und ihn lieben zu lernen wie Debora. Es geht auch darum, die eigenen Vorstellungen und Rechtsansprüche ins prüfende Licht der Gerechtigkeit Gottes zu stellen. Alles Dunkle – und damit auch die Angst vor dem letzten Gericht – weicht dann zurück. Wer Gott liebt, wird deshalb vor Freude strahlen.

Foto und Text: W. Borlinghaus