Iridiumblitz und Kommunikation (September 2016)

Das weltumspannende Satellitenkommunikationssystem Iridium wurde nach dem chemischen Element benannt, weil dessen Ordnungszahl der ursprünglich geplanten Anzahl von Iridium-Satelliten entspricht – 77. Aktiv sind heute jedoch nur 66 plus 6 Ersatzsatelliten, die sich auf 6 Umlaufbahnen bewegen. Die Umlaufbahnen kreuzen alle die Nordpolarregion. Ursprünglich für Satellitentelefone konzipiert, hat das System heute überwiegend exklusive Kundschaft nachdem sein Ende schon im Jahr 2000 unabwendbar schien. Die globale Netzabdeckung, die zukünftig auch einen weltweiten Breitband-Internetzugang ermöglichen soll, ist abhängig von freiem Himmel auch in Horizontnähe. Deshalb ist das Iridium-System besonders interessant für die Schifffahrt. Ein einzelner dieser Satelliten ist ca. 700 kg schwer und ca. 4,0 m lang bei einem Durchmesser von ca. 1,3 m. Er ist jeweils mit 3 Antennen bestückt, die 1,88 m x 0,88 m messen. Die Aluminiumträger sind mit hochreflektierendem silbrigem Teflon beschichtet und stellen damit ideale optische Planspiegel dar. Überfliegt ein solcher Satellit eine bestimmte Region kurz nach oder während der Dämmerung und steht eine Antenne in einem bestimmten Winkel zur Sonne und zum Beobachter, wird das Sonnenlicht wie mit einem großen Spiegel für wenige Sekunden ins Auge des Betrachters gelenkt. Die dabei erreichte Helligkeit ist enorm und kann das bis zu 50-fache der Venus betragen! Astronomen sprechen dann von einer Helligkeit von bis zu -9 mag auf der logarithmischen Skala, wobei eine Helligkeitszunahme um den Faktor 2,51189 einer um 1 verringerten Magnitude (mag) entspricht. Negative Zahlen bedeuten also eine größere Helligkeit. Und ein Unterschied von 5 mag entspricht genau dem Faktor 100. Ein Objekt der Helligkeit -9 ist also 100 mal heller als ein Objekt der Helligkeit -4.

Im Foto sieht man den sogenannten Iridium-Blitz des Satelliten „Iridium 12“ als er um 22.03 Uhr über Korntal bei Stuttgart mit einer Helligkeit von -6,3 im Sternbild Eidechse aufleuchtete. Das entspricht immerhin der ca. 6-fachen Helligkeit des Planeten Venus, dem aus irdischer Perspektive hellsten Himmelskörper nach Sonne und Mond. Auf dem Foto sieht man zum Vergleich die Positionslichter einer Passagiermaschine, die während der 20 Sekunden dauernden Belichtungszeit durchs zentrale Weitwinkel-Bildfeld (17 mm – Objektiv) flog. Im linken unteren Bildfeld erkennt man das „W“ des Sternbildes Cassiopeia. Die ISO-Empfindlichkeit der Kamera betrug 400 und die Blende war auf 1 : 8,0 geschlossen. Wer nicht weiß, um was es sich handelt, denkt im Falle einer zufälligen Beobachtung an eine sehr langsame und extrem helle Sternschnuppe. Die Entfernung von in diesem Fall 989 km überrascht genauso wie die Tatsache, dass ein türgroßer Spiegel in dieser Entfernung eine solch grelle Reflexion erzeugen kann! Der Anblick eines Iridium-Blitzes (Iridium-Flare) erinnert mich an die unfassbar leistungsfähige „Empfangsantenne“ Gottes, die ohne aufwändige Technik auskommt und gleichzeitig Millionen von Gebeten verarbeiten kann, die täglich vom gesamten Globus aus an ihn gerichtet werden und an das, was Gott zur „Erleuchtung“ beigetragen hat (vgl. Johannes-Evangelium  1,9).