Gebet contra Mobbing

Walddunkel_MG_3329Sicher kennen die Meisten das flaue Gefühl im Bauch, wenn man im Arbeitsalltag ein Problem hat und es einem jeden Tag schwerer fällt, sich dem zu stellen und weiterhin seiner Arbeit nachzugehen …

Ein solches Problem hatte sich vor einigen Jahren bei mir im Büro in Form einer Kollegin eingestellt. Eigentlich hätte alles perfekt sein können. Man kannte sich vom Studium her, hatte gemeinsam den Stress des Staatsexamens durchgestanden und bewarb sich schließlich auf die gleiche Arbeitsstelle. Die Stelle bekam meine Kollegin – ich ca. vier Monate später, sogar mit ihrer Mithilfe, eine andere Stelle im gleichen Büro. Froh, trotz des schlechten Arbeitsmarktes als Frau eine Stelle in einer Männerdomäne gefunden zu haben, machte ich mich froh ans Werk. Die Tatsache, an dem neuen Arbeitsplatz schon jemanden zu kennen, erschien mir sehr von Vorteil. Als kontaktfreudiger Mensch schloss ich schnell Freundschaft mit meinen neuen Kollegen. Leider musste ich feststellen, dass die Beziehung zu meiner Studienkollegin immer schlechter wurde. Egal was ich sagte oder tat – es war immer das Falsche und wurde mir übel genommen. Darüber hinaus musste ich feststellen, dass meine Kollegin begonnen hatte, üble Gerüchte über mich zu verbreiten und mich bei den anderen Kollegen schlecht zu machen, wo immer es ging. Langsam aber sicher baute sich eine echte Aggression gegen diese Frau in mir auf und ich begann, sie von Herzen zu hassen. Ich bekam gute Lust, es ihr mit gleicher Münze heimzuzahlen, ich wurde misstrauisch, ja fast paranoid, was sie anging. Der Weg zur Arbeit wurde zur Qual.

Doch hier meldete sich zum Glück mein „christliches Gewissen“. Sätze wie: „Liebet eure Feinde!“, „Tut wohl denen, die euch fluchen!“, „Halte auch die andere Wange hin, wenn dich einer schlägt!“ kamen mir in den Sinn und ich begann endlich mit der einzig richtigen „Waffe“ gegen die unerträgliche Situation zu kämpfen – dem Gebet. Ich flehte Jesus an, eine Veränderung herbeizuführen und mir einen Weg zu zeigen, wie ich mit dieser Frau auskommen könnte. Ich wollte sie nicht mehr hassen müssen, auch wenn mir das unvorstellbar schien.

AngstEs dauerte seine Zeit, aber das Unglaubliche geschah. Auf dem Weg zu einer Fortbildung waren wir gezwungen eine längere Strecke gemeinsam im Auto zurücklegen. Ich fasste den Mut und sprach sie auf unseren Kon-flikt an. Ich konfrontierte sie mit den Gerüchten und der üblen Nachrede und wir führten ein sehr gutes Gespräch. Beide konnten wir unsere Fehler im Umgang mit-einander zugeben und auch einige Ursachen ergründen, wie es dazu gekommen war.

In der Zeit danach gingen wir sehr vorsichtig miteinander um und vermieden jede Möglichkeit, Missverständnisse aufkommen zu lassen. Nach und nach lernten wir beide, uns wieder zu vertrauen anstatt das Schlimmste hinter jeder Handlung zu vermuten. Auch hier war noch viel Gebet nötig, um so weit zu kommen.

Heute kann ich diese Kollegin aufrichtig als meine Freundin bezeichnen – was mir wieder einmal gezeigt hat, dass Gott sogar noch mehr tun kann als das, was wir selbst erhoffen und erbeten. Ich wollte „nur“ eine Kollegin und keine Feindin mehr, stattdessen bekam ich eine Freundin geschenkt. Mir hat dieses Erlebnis einmal mehr gezeigt, dass Gebet die „Berge des Lebens“ wirklich bewegen kann, dass Gott hilft, wo wir nicht weiter wissen, und dass seine Liebe Hass und Missgunst besiegen kann.

Eva Veigel