Editorial

Liebe Studierende, liebe Leser,

gelogen wird in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Beruf, Familie, Freundeskreis, usw.. Bei ehrlicher Betrachtung wird man irgendwann ernüchtert feststellen, dass von Lug und Trug kein Lebensbereich ausgenommen ist. Wenn Politiker von ihren Wahlversprechen bereits im Vorfeld wissen, dass sie sie niemals werden einlösen können, fällt es sehr schwer, andere Aussagen aus gleichem Munde ernst zu nehmen. Auf Banker, die ihre Kunden nicht ehrlich über bekannte Risiken aufklären, kann man verzichten. Genauso auf Würdenträger, die sich ihre Titel während ihres Studiums durch „clevere“ Tricks erschlichen haben und damit eine ganze Bildungs-Elite in Verruf bringen. Selbst im Sport vermiesen Doping- und Wettskandale die Freude an den erbrachten Leistungen. Besonders enttäuschend ist es, wenn von Reue keine Spur zu erkennen ist und die Wahrheit mühsam und scheibchenweise ermittelt werden muss. Schließlich gewöhnt man sich selber daran, es mit der Wahrheit nicht mehr so genau zu nehmen. Geht es wirklich nicht mehr anders? Da es auch in der Natur häufig nur täuschend echt zugeht, wird diese gerne herangezogen, um die Schuld von Menschen schön zu reden. Doch das Kernproblem liegt bei mir selbst als Mensch mit besonderer Verantwortung. Unwahrhaftigkeit zerstört Beziehungen und ist nicht in erster Linie eine politische, gesellschaftliche oder natürliche Angelegenheit, sondern eine zutiefst persönliche! Der Tendenz zur Unwahrheit, zur Lüge und zum resignativen Selbstbetrug sollte man deshalb im eigenen Leben entgegensteuern, bevor man sie bei anderen beklagt! Wie? Durch mehr Mut zur Ehrlichkeit in Studium, Beruf und privatem Umfeld! Das wird positive Auswirkungen haben. Es lohnt sich, die Suche nach Wahrheit zu wagen und nie aufzugeben. Dazu gehört unbedingt die ernsthafte Auseinandersetzung mit Jesus Christus, der von sich sagt, dass er die Wahrheit ist. Wir wünschen allen Lesern, dass diese Zeitung als kleiner christlicher Impuls den Lug und Trug reduzieren hilft und zu mehr Engagement für die Wahrheit ermutigt.

Winfried Borlinghaus