Der Tod – die beste Erfindung des Lebens?

hochschulnet2012_JobsDie Nachricht über den frühen Tod von Steve Jobs, dem kreativen und innovativen Kopf der Firma Apple, die uns Anfang Oktober erreichte, hat viele Menschen betroffen gemacht. Seine Produkte beeinflussen maßgeblich unseren Alltag und haben eine neue „digitale Kultur“ geprägt. Jobs wollte kein technisches Produkt für Spezialisten entwickeln, sondern für ihn stand eine einfache Verwendung für Jedermann in Verbindung mit edlem Design im Vordergrund. Wer die Neueinführungen seiner Produkte wie iPod, iPhone und iPad verfolgte, konnte erkennen, dass diese Veranstaltungen quasi religiös zelebriert wurden. Der Welt wurde etwas völlig Neues enthüllt und Erlösung von komplizierten technischen Geräten versprochen. Weil sie inzwischen unseren Lifestyle prägen, die Community sich sozusagen zu Apps & Co. bekehrt hat, ist Apples Patentlösung nicht nur wirtschaftlich ein Erfolg. In seiner berühmten Standford Rede im Juni 2005 forderte Jobs die Hochschulabgänger dazu auf, an irgendetwas zu glauben, weil das für sein Leben entscheidend war. Doch ist es ausreichend, an irgendetwas oder an sich selbst zu glauben, frei nach dem Motto „Hauptsache es hilft“? Müssen wir dabei nicht Risiko und Nebenwirkungen berücksichtigen und prüfen, ob unsere Grundkoordinaten des Glaubens sich in Theorie und Praxis als tragfähig erweisen? Bei manchen Produkten stellen wir nach dem Kauf enttäuscht fest, dass die Werbung nur die positiven Seiten beleuchtet hat und wir mit den Schwierigkeiten und Fragen alleine gelassen werden. Die Ernüchterung holt uns in diesem Fall meist schnell ein. In Glaubensfragen geschieht das nicht so schnell, aber was wäre z.B., wenn ich auf eine buddhistische Wiedergeburt hoffe und sich dieser Glaube als Irrtum erweist?

Im Verlauf seiner Rede machte Steve Jobs den Absolventen klar, dass ihre Zeit begrenzt ist und sie deshalb ihr eigenes Leben, unbeeinflusst von Dogmen, leben sollen. Jetzt gehören sie zu den akademischen Hoffnungsträgern, die gefragt sind. Doch auch sie werden eines Tages zu den „Alten“ zählen und „weggenommen“ werden. Auf dramatische Weise verdeutlichte Jobs den Zuhörern, dass der Tod das Ziel ist, auf das alle zugehen und dem keiner entrinnt – eine Tatsache, mit der man sich jedoch kaum auseinandersetzt, schon gar nicht am Tag seiner Graduierung. Aufgrund seiner Erkrankung war für Jobs die Auseinandersetzung mit dem Thema Tod sicherlich ein existentielles Thema, das er auch an die jüngere Generation vermitteln wollte. Sich seine Grenzen bewusst zu machen, gehört zu einer realistischen Lebensperspektive. Verwunderlich ist jedoch Steve Jobs‘ Schlussfolgerung, dass der Tod höchstwahrscheinlich die beste Erfindung des Lebens sei, weil er das Leben verändert. Nach diesem Verständnis wäre der Tod der Motor für eine „evolutionäre Erneuerung“. Für die Bibel ist der Tod kein positiver Antrieb für Fortschritt, sondern die Folge der zerbrochenen Gemeinschaft mit Gott. Das Fehlverhalten des Menschen führte dazu, dass Vergänglichkeit und Tod das Leben des Menschen und der ganzen Schöpfung bestimmen. Weil wir nichts anderes kennen, haben wir uns an den Tod gewöhnt und uns mit ihm arrangiert. Doch letztendlich ist er ein Feind des Lebens, der im Glauben an den auferstandenen Jesus Christus überwunden werden kann (vgl. die Bibel 1. Korinther 15, 55). Deshalb soll nicht der Tod, sondern Jesus Christus Veränderung in mein Leben bringen. Peter Hahne bemerkt hierzu: „mit wem ich selig sterben kann, mit dem kann ich auch glücklich leben und die Welt verändern!“ In diesem Sinne wünschen wir Mut zur Veränderung.

Oliver Karle