Geld, Geld und noch mehr Geld!

Geld, Geld, Geld! Das Thema ist immer gut für Schlagzeilen. Es führt im Großen wie im Kleinen gerne zu handfestem Streit und wird bei politischen Konflikten sogar zur Waffe, weil es ein probates Mittel zur Machtausübung ist. Die Raffgier von Banken und die Verquickung mit politischen Interessen lässt inzwischen viele an einer soliden und zukunftsfähigen Geldwirtschaft in Europa zweifeln. Diese Ernüchterung ist zwar gut, aber sie führt nicht automatisch zum besseren Umgang mit Geld – leider auch nicht im privaten Bereich. Das Foto zeigt den hoch gesicherten und bis zu 185 Meter hohen Gebäudekomplex der europäischen Zentralbank in Frankfurt. Es ist geradezu symbolisch, wie dieser aktuellste „Turmbau zu Frankfurt“ einerseits durch eine eindrucksvolle Architektur in Szene gesetzt wird und andererseits enorme Sicherungsmaßnahmen die pure Angst vor Angriffen widerspiegelt. Wie sicher ist unser Geld und wie sinnvoll ist es angelegt? Diese Frage stellt man sich unwillkürlich, wenn einem als „Normalbürger“, der dieses Gebäude indirekt mitfinanziert hat, durch Panzersperren und Sicherheitsbeamte bereits das Betreten des Vorplatzes verwehrt wird. Man fragt sich aber vielleicht auch, welche Rolle das Geld im eigenen Leben spielt. Die Unmoral von Bankgeschäften lässt sich einfach verurteilen, wenn man selbst nicht unmittelbar beteiligt ist, doch leben Banken nicht letztlich auch von Gier und Geiz der Bürger? Das Geld an sich ist nicht das Problem, sondern die Art und Weise wie der Einzelne und die Gesellschaft damit umgeht! Mit welcher ethischen Einstellung wird es erworben, angespart oder eingesetzt? In der biblischen Apostelgeschichte wird von Simon berichtet, einem Mann, der wegen seiner magischen Kräfte beliebt und angesehen war. Dieser erkannte, dass es einen Gott gibt, der größere Macht hat als er. Das war zunächst eine sehr heilsame und ernüchternde Feststellung, die auch uns und so manchem Banker von heute gut tun würde. Doch Simons Problem bleibt die Raffgier und vor allem die Gier nach noch mehr Macht und Einfluss. Deshalb versucht er, sich Gottes Macht mit Geld von den Aposteln Jesu zu erkaufen! Dieses unmäßige Anliegen ist der Grund für die drastische Reaktion von Petrus, der Simon in die Schranken weist: „Dass du verdammt werdest mitsamt deinem Geld, weil du meinst, Gottes Gabe werde durch Geld erlangt. Du hast weder Anteil noch Anrecht an dieser Sache; denn dein Herz ist nicht rechtschaffen vor Gott. Darum tu Buße für diese deine Bosheit und flehe zum Herrn, ob dir das Trachten deines Herzens vergeben werden könne. Denn ich sehe, dass du voll bitterer Galle bist und verstrickt in Ungerechtigkeit.“ Das ist bis heute eine wichtige Lektion in Sachen Geld und Macht. Sie trifft persönlich und stellt meine Motivation und meine Lebensziele in Frage. Geht es mir zuviel um Geld, Macht und möglichst immer mehr davon? Bin ich vielleicht sogar bereit, Unrecht zu tun, um dieses Ziel zu erreichen? Die Tatsache, dass mir letztlich alles im Leben von Gott geschenkt ist, lässt mich auf dem Teppich bleiben und erinnert an Gerechtigkeit, die der höchste Machthaber und die höchste ethische Instanz von uns Menschen einfordern wird. Und diese Gerechtigkeit kann sich niemand kaufen – schon gar nicht mit Geld.

Foto und Text: W. Borlinghaus, Korntal