10 spannende Aspekte über den Exodus, die du kennen solltest

Mit dem Wort Exodus, als Synonym für einen Auszug, assoziiert man in der Bibel üblicherweise meistens den Auszug der Israeliten aus Agypten. Doch dieses Thema zieht sich durch die Ganze Bibel. Entdecke spannende Parallelen zu anderen Ereignissen in der Bibel und in deinem Leben.

 

1. Der Exodus aus Ägypten war nicht das erste Vorkommen eines Auszuges in der Bibel

Die Geschichte des Auszugs aus Ägypten wird auf unterschiedlichen Wegen und durch verschiedene andere Geschichten im 1. Buch Mose vorbereitet. Zum Beispiel in Genesis 12-14 gab es eine Hungersnot in Kanaan und Abram zog nach Ägypten um dort zu überleben. Der ägyptische Herrscher begehrte Sarai mit der Absicht sie zur Frau zu nehmen und bedrohte damit auch die versprochenen Nachkommen Abrams. Der Pharao wurde durch Sarais Schönheit verführt. Gott jedoch sandte Plagen über den Pharao, während Abram vom Pharao und den Ägyptern Geschenke bekam. Durch die Entdeckung, dass Sarai Abram’s Ehefrau war, befahl er Abram das Land zu verlassen. Abram kehrte nach Kanaan zurück, wo das verheißene Land zwischen ihm und Lot geteilt wurde. Doch Gott befahl Abram durch das Land zu ziehen und Gott versprach ihm, dass er es ihm geben wird. Abram kämpfte gegen die Könige des Landes und war siegreich. Eine Art Auszug finden wir später auch in der Geschichte der Rettung von Lot aus Sodom oder Jakobs vorübergehender Aufenthalt bei seinem Onkel Laban. In allen Geschichten finden wir einen ähnlichen Ablauf. Als Gott in 2. Mose Israel aus Ägypten befreit, gehen sie somit in den Fußspuren der Patriarchen Abraham und Jakob. Aus einer anderen Perspektive gesehen sind Gottes Befreiungen der Patriarchen reale Verheißungen im Hinblick auf das noch größere Werk, was er an deren Nachkommen vollbringen würde.

2. Ähnliches Schema der Exodus Geschichten

Der Ablauf der Auszüge tritt mit einigen Veränderungen immer wieder vielen Stellen in der Bibel auf. Es ist wie ein Leitmotiv in der Filmmusik. Manchmal taucht es auf, ist aber in seiner Form so geschickt verändert, dass es nur dem aufmerksamen Zuhörer/Leser auffällt. Andermal erscheint es sehr betont und stark entfaltet.
Der Ablauf des Exodus kann selbst in verschiedene Phasen aufgeteilt werden, die miteinander verbunden sind:

– Eine Gefahr vertreibt Gottes Volk aus ihrer Heimat
– Es gibt einen Angriff auf die Frau/en und ihre Nachkommen durch den Feind (Schlange)
– Die Schlange/Gegner nutzt die Verführung zur Überlistung
– Gottes Erwählte werden versklavt/unterdrückt
– Gott segnet sein Volk, während sie unterdrückt werden
– Gott greift ein, um sein Volk zu retten
– Der Feind verändert Vorwürfe und klagt die Gerechten an
– Gott demütigt die falschen Götter
– Gottes Volk entfernt sich von ihren Feinden mit Beute
– Gott bringt sein Volk zurück ins gelobte Land
– Eine Anbetungsstätte wird errichtet

Wir finden nicht alle Phasen in jeder Exodus-Geschichte, aber normalerweise findet man mehrere Punkte in jeder der Geschichten. Als sehen wie viele Punkte dir beim aufmerksamen Bibellesen in Zukunft auffallen.

3. Der Exodus ist ein Event, bei der Gott seine Identität enthüllt

Gott enthüllt sein Bündniswesen seinem Volk im Zusammenhang mit dem Auszug. Durch das Auftreten und die Verkündigung seines göttlichen Namens im brennenden Dornenbusch, durch die Plagen über Ägypten, in der Befreiung seines Volkes und durch sein Erscheinen und Offenbarung der Gebote am Berg Sinai offenbart sich Gott durch verschiedene Etappen des Exodus. Gott teilt sich durch sein Handeln den Menschen mit. Die Geschichte des Exodus ist eine in der Gott seinen Charakter und seine Treue zu seinem Volk zeigt.
Im brennenden Busch verkündet Gott Mose seinen heiligen Namen JHWH und das Versprechen der Befreiung Israels. Es ist so als würde Gott seine Handschrift auf eine bis dahin weiße Leinwand schreiben mit dem Titel „Exodus“. Erst dann beginnt Gott damit etwas auszuführen, was jeden Verstand übersteigt. Durch den Auszug demonstriert Gott, das seine Macht größer ist als alle anderen Götter. Durch die Plagen stellt Gott alle ägyptischen Gottheiten bloß und beweist seine Überlegenheit in jedem Bereich seiner Schöpfung- vom lebenspendenden Nil bis zur Sonne am Himmel. Gott zeigt seine Macht und beweist, dass es keinen über ihm gibt. Mit der Zeit, als die Israeliten am Berg Sinai ankommen, haben sie eine neue Offenbarung über die Größe Gottes empfangen und erlebt. Gott ist treu und kümmert sich um seine Erwählten, durch seine immense Kraft, den unbegrenzten Spielraum seiner Souveränität und seine furchteinflößende Majestät. Die 10 Gebote beginnen mit einer Erinnerung an Gottes Tat beim Auszug aus Ägypten als beständige Erinnerung für Israel an die Existenz Gottes.

4. Der Exodus bietet die Grundlage für das zukünftige Selbstverständnis von Gottes Volk

Der Auszug ist kein unscheinbares Ereignis, das einfach nur in der Historie passiert ist, und im Laufe der Zeit vergessen wird. In der Mitte der Ereignisse, instruiert Gott Mose und Aaron den Monat des Auszugs als 1. Monat des Kalenderjahres zu installieren und in diesem das Passahfest als Erinnerung an den Auszug jährlich zu feiern. Während derFeier des Passahfestes erinnern sich die Juden bis heute an den Auszug aus Ägypten und ist Grundlage für die Existenz und das Selbstverständnis von Israel.

5. Der Exodus und die Abfolge helfen uns die Bedeutung und Beziehung zwischen biblischen Ereignissen zu verstehen.

Die Kraft der persönlichen Erzählsituation und wiederkehrende Exodus-Muster erlauben es uns verschiedene andere Ereignisse, Personen und Gegenstände gegenüberzustellen. Beispielsweise gibt es eine Anzahl von Verbindungen zwischen Personenpaaren, sowie Mose und Josua oder auch Elia und Elisa. So sind Mose und Elia Propheten, welche die meiste Zeit ihres Dienstes in der Wüste verbringen, welche auch das Gericht Gottes gegen den unterdrückenden Herrscher ihrer Zeit bringen (Pharao/König Ahab) und welche eine Begegnung mit Gott am Berg Horeb haben. Genauso gibt es Parallelen zwischen Josua und Elisa, welche ihr erstes großes Auftreten durch eine wundersame Durchquerung des Jordans bei Jericho haben. Beide wirken dann verschiedene Wunder und Siege im Land Kanaan. Durch die Beobachtung des Exodus-Musters im Dienst von Elia und Elisa erleichtert es uns ein tieferes Verständnis von dem zu bekommen, was Gott durch sie bewirkt hat.
Auch der Dienst Jesu beinhaltete Wunder, welche Elisa auf ähnliche Weise vollbracht hatte (Brotvermehrung, Totenauferweckung, usw.) und Jesus folgte auf Johannes den Täufer, welcher starke parallelen zu Elia aufweist (Kleidung, quälte sich mit einem boshaften König uns dessen manipulativer Ehefrau, Dienst überwiegend in der Wüste). Durch erkennen solcher Ähnlichkeiten sind wir in der Lage Übereinstimmungen und Unterschiede zwischen solchen Charakteren und Ereignissen zu finden, um deren Bedeutsamkeit zu begreifen. Beispielsweise, Jesus, der ist wie Elisa, welcher wiederum wie Josua war, bringt das Werk von Elisa zur Vollendung, indem er das Land Israel auf wundersame Weise einnimmt. Im gewissen Sinn ist Jesus, so wie Elia auch, in den Himmel aufgefahren, während seine Nachfolger ihm nachsehen. Ebenso wird der „Mantel des Geistes“ (bei Elisa) an Pfingsten auch auf die Jünger Jesu gelegt, wodurch sie die Kraft haben Jesu Mission fortzuführen.

6. Der Exodus ist die Basis für Prophetische Erwartungen

Die Erinnerung an den Auszug aus Ägypten ist nicht nur der Rückblick auf ein wichtiges Ereignis, sondern auch die Erwartung eines noch viel größeren Auszuges. Propheten wie Jesaja deuten bereits den Exodus als ein Modell für eine Erlösung des Volkes Gottes in der Zukunft. Der Exodus war eine Erklärung Gottes, dass er etwas Gutes mit seinem Volk vorhat – nämlich, dass Gott sie von ihren Feinden befreit und sie so eines Tages Gott ohne Angst für immer dienen werden. Jedes Feiern des Passahfestes ist ein Ausblick auf den Tag, wenn diese Vorhersage vollständig erfüllt wird. Die Erinnerung an den Auszug beinhaltet also Hoffnung und Erwartung.

7. Der Exodus gibt uns den Rahmen innerhalb dessen das Werk Christi verstanden werden muss

Bei der Einführung der Person Jesu in den Evangelien begegnen wir immer wieder dem Motto des „Exodus“. Christus ist der Sohn der aus Ägypten gerufen wurde. Er ist das Kind welches vom mörderischen König bewahrt wurde. Er ist der Mann welcher durch das Wasser ging (Taufe) und eine Zeit von 40 Tagen in der Wüste verbrachte um versucht zu werden. Er ist die Manifestation der Herrlichkeit Gottes, welche zu einem Bruchteil bereits bei der mosaischen Offenbarung am Berg Sinai sichtbar wurde. Jesus war derjenige, welcher mit Autorität das „Neue Gesetz“ auf einem Berg lehrte (Bergpredigt).
Das Exodus Thema begleitet uns durch die ganze Dienstzeit Jesu, besonders in Verbindung mit seinem Tod und Auferstehung, welche im Kontext des Passahfestes passieren. Christus ist das Passahlamm, der Erstgeborene, ein Prophet wie Mose. Wenn wir die Anwesenheit des Exodus-Musters schätzen lernen, dann wird das Bild von Jesus noch klarer. So ist z.B. Pfingsten vergleichbar mit dem Berg Sinai; die Ausgießung des Heiligen Geistes entspricht somit der Offenbarung des Gesetzes. In beiden Fällen, begibt sich der Anführer der Erwählten in die Gegenwart Gottes, gibt dann eine neue Offenbarung weiter und etabliert eine neue Wohnstätte Gottes unter seinem Volk.
Alle diese Hinweise helfen uns ein besseres Verständnis zu bekommen, von dem wer Jesus war und was er vollbracht hat.

8. Der Exodus zeigt die Einheit innerhalb der Bibel und ist Zeuge für das Werk der Erlösung

Das wiederholte Auftreten des Exodus Themas in der gesamten Bibel, sowohl im Alten als auch im Neuen Testament, bezeugt, dass die Bibel keine Ansammlung unabhängiger Geschichten diverser Handlungen Gottes in der Vergangenheit ist, sondern ein zusammenhängendes Ereignis der Erlösung. Solche Muster sollten unsere Zuversicht steigern, dass die Heilige Schrift in ihrer Gesamtheit göttlich Inspiriert ist. Die Einheitlichkeit von biblischen Zeugnissen und das Drama der Befreiung unterstreicht die Bedeutung des Alten Testaments für das 21. Jahrhundert.

9. Die Taufe und das Abendmahl finden ihren Ursprung im Exodus

Die Geschichte Jesu könnte man auch als Geschichte der drei Taufen beschreiben: Seine Taufe durch Johannes den Täufer im Jordan, seine Taufe in den Tod (Markus 10,38) und seine Taufe der Gemeinde an Pfingsten. Jede dieser Taufen baut auf das Muster des Exodus in verschiedene Art und Weise auf.
Die Taufe des Johannes ruft die Ereignisse der Durchquerung des Roten Meeres und des Jordans, welche das Ende der Wüstenzeit markieren, in Erinnerung. Jedoch empfängt Jesus die Taufe, bevor er 40 Tage in der Wüste versucht wird, vergleichbar mit den 40 Jahren Israels in der Wüste. Die Taufe Jesu markiert auch die Fortführung des Dienstes von Johannes dem Täufer, so wie Josua (welcher übrigens im Hebräischen den gleichen Namen wie Jesus hatte), der den Dienst von Mose ab der Durchquerung des Jordans fortsetzte.
Die Taufe des Todes Jesu erinnert an die Ereignisse des Passahfestes. Jesus wurde im Zeitraum der Passahfeier in Jerusalem gekreuzigt. Die Stunde des Todes Jesu stimmt mit dem Zeitpunkt der Schlachtung der Passalämmer überein. In Beiden Ereignissen bewahrt das Blut am Holz (Türrahmen/Kreuz) die Gläubigen vor dem sicheren Tod. Durch seine Auferstehung öffnet Christus die Tore des Todes und gewährt somit den Gläubigen den Übergang zum Leben auf der anderen Seite, ungehindert vom Feind, welcher uns verfolgt.
Die Taufe Jesu mit dem Heiligen Geist an Pfingsten erinnert an die Gesetzgebung und Einsetzung der Stiftshütte als Haus Gottes am Berg Sinai. Es erinnert gleichzeitig auch an ein pfingstähnliches Ereignis in 4.Mose 11, wo der Geist Gottes auf Mose und die Ältesten Israel fällt oder an das Ereignis als Josua den Geist empfängt um Moses Nachfolger zu werden. So wurde der Gemeinde Jesu an Pfingsten der Geist Gottes gegeben, um das Werk Jesu fortzusetzen, Gottes Gebote in unsere Herzen zu schreiben und eine Wohnung für Gott zu sein.
Das Abendmahl wurde am Abend vor dem Passahfest eingesetzt als Jesus es mit seinen Jüngern feierte. Es bildet damit eine enge Verbindung zur Ursprünglichen Bedeutung des Passahfestes, jedoch mit der neuen Bedeutung, dass der Tod Jesu uns errettet. Die Elemente des Brotes und des Weines sind auch direkt aus der ursprünglichen Feier des Passahs entnommen.
Wenn Paulus davon redet, dass die Gemeinde das Abendmahl und die Taufe feiern soll, dann setzt er beides in Bezug zum Auszug aus Ägypten. Wir werden in den Tod Jesu getauft, so wie Israel in Mose getauft wurde. Genauso wie die Israeliten mit der Durchquerung des Rotes Meeres ihre Rettung erlebten, so ist auch die Wassertaufe Teil unserer Errettung. So wie Israel durch die Wolken-/Feuersäule in das gelobte Land geführt wurde, so führt uns heute der Heilige Geist. Unsere Feier des Abendmahls lässt sich auch mit der Versorgung Israels in der Wüste mit Manna und Wasser aus dem Felsen vergleichen. Jesus Christus ist unser Brot und Wasser des Lebens.

10. Der Exodus gibt uns einen Sinn für unseren Platz in Gottes Heilsplan

Die Gegenwart des Exodus Themas im Neuen Testament, nicht zuletzt in der Lehre über die Taufe und das Abendmahl, gibt uns ein Bewusstsein und Verständnis, welchen Stellenwert wir heute für Gottes Absichten haben. Uns sollte klarwerden, welche Ereignisse der Geschichte Israels auch in unserem Leben auftauchen und wie wir uns dementsprechend verhalten sollten. Wir wurden errettet aus der Herrschaft des Satans in dieser Welt (vergleich Pharao). Das Blut Jesus hat uns erlöst aus der Sklaverei der Sünde. Bist du dir bewusst, die stark die Sünde dich in deinem vergangenen Leben gebunden hat? Wir sind jetzt Wanderer in der Wüste der heutigen Zeit und werden durch den Heiligen Geist in unser gelobtes Land geführt. Wir werden heute durch Jesus Christus geführt, so wie Mose und Josua das Volk Israel führten. Wir werden mit der Versuchung konfrontiert in unser altes Leben -unser Ägypten – zurückzukehren. Als Nachfolger Jesu werden begegnen wir weiterhin großen Herausforderungen, die uns fordern auf Jesus zu schauen und ihm zu vertrauen, denn er hat den Herrscher unser Zeit bereits besiegt.
Wenn wir die Geschichte des Exodus lesen, so sind es nicht nur Ereignisse aus der fernen Vergangenheit, sondern wir erkennen Muster der Errettung und Befreiung die heute noch in unserem Leben gestehen. Paulus schrieb in 1. Kor. 10,11: „Diese Dinge sind beispielhaft an ihnen geschehen, um uns, über die das Ende der Zeiten gekommen ist, als Warnung zu dienen.“ In der Geschichte des Exodus und der anderen Geschichten im Alten Testament mit ähnlichem Muster blickt uns das Wort Gottes direkt in die Augen. Das Thema des Auszuges findet seinen Nachklang im Werk Jesu und unserer persönlichen Geschichte mit Gott. Wir sind heute Teil eines großen göttlichen Heilsplans welcher erst mit dem Exodus aus dieser Welt endet. Wenn Jesus wiederkommt führt er seine Gemeinde in eine Erde und einen neuen Himmel, damit wir gemeinsam mit Gott in Ewigkeit leben.

Jonathan Bank

Originalartikel von Alastair Roberts veröffentlich auf Englisch: 10 things you schould know aboout the exodus