Der richtige Riecher

Der Eisbär hat eine der besten Spürnasen im Tierreich. Er kann Duftspuren über viele Kilometer Entfernung verfolgen und findet mit seiner Nase sowohl seine Beute wie auch den Partner oder andere Familienmitglieder. Wenn er einer Duftspur folgt, tut er dies sehr konzentriert und hält immer wieder an, um sich ganz auf das Riechen zu konzentrieren. Aus Sicht der Beute ist diese Supernase sein gefährlichstes Jagdinstrument. Für den Bären ist sie das wichtigste Mittel, um in der Eiswüste der Arktis überleben zu können. Diese geniale Spürnase kann eine Anregung dafür sein, wie wir Gott nachspüren sollen. Er will sich von uns finden lassen, aber er möchte auch unsere ganze Aufmerksamkeit als Zeichen dafür, dass wir es ernst meinen. Von Anfang an ist die Hinwendung zu Gott ein zentrales biblisches Thema. Weil Gott sich uns Menschen (vor allem durch Jesus Christus) intensiv zuwendet, erwartet er auch von uns eine klare Reaktion. Alles läuft dabei auf eine enge Verbindung mit ihm hinaus. In 5. Mos 6,5 geht es ums Ganze: „Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft.“ Dazu mahnt König David seinen Sohn Salomo in 1. Chr 28,9:  „Und du, mein Sohn Salomo, erkenne den Gott deines Vaters und diene ihm mit ganzem Herzen und mit williger Seele. Denn der HERR erforscht alle Herzen und versteht alles Dichten und Trachten der Gedanken. Wirst du ihn suchen, so wirst du ihn finden; wirst du ihn aber verlassen, so wird er dich verwerfen ewiglich!“ David macht Salomo deutlich, dass die Verbindung mit Gott ein „Überlebens-Thema“ ist. Und Paulus erklärt skeptischen Philosophen gut 1000 Jahre später in Athen den eigentlichen Sinn des Lebens: “Und er (Gott) hat aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht gemacht, damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, und er hat festgesetzt, wie lange sie bestehen und in welchen Grenzen sie wohnen sollen, damit sie Gott suchen sollen, ob sie ihn wohl fühlen und finden könnten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir (…)” (Apg 17,27f). Ein Mensch ohne Sehnsucht nach Gott und ohne Freude am „Nachspüren“ der Wege Gottes ist wie ein Eisbär ohne Nase. Er ist verloren! Wer diesen „Riecher“ noch nicht hat, darf Gott gerne darum bitten, denn er legt mit seinem Sohn und seinem Geist eine lebensnotwendige „Duftspur“. Sehr drastisch ermutigt Jesus zu dieser Bitte: „Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben geben könnt, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!“ (Lk 11,13). Wer so ausgerüstet Gottes Spur findet und in ihr bleibt, wird Asaf zustimmen: „Aber das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf Gott, den HERRN, dass ich verkündige all dein Tun.“ (Ps 73,28)

In Gottes Nähe wird tiefe Freude statt kurzem Glück möglich. In Gottes Wort darf man zum begeisterten Spurenleser werden und wird wie Asaf anderen helfen wollen, diese beste Spur der Welt aufzunehmen. In diesem Sinne wünschen wir für 2014 den richtigen Riecher.

Foto und Text: Winfried Borlinghaus, DCTB Korntal